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Kriminalität

„Warenlager für Raubüberfälle“ – Feuerwehren klagen über Einbrüche

Berlin / Lesedauer: 2 min

Spezialwerkzeuge von Feuerwehren werden bei Kriminellen immer beliebter. Die Gewerkschaft kritisiert, Wachen seien schlecht gesichert und die Dreistigkeit der Einbrecher nehme zu.
Veröffentlicht:28.08.2023, 11:18

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Feuerwehrwachen sind wegen ihrer begehrten Spezialwerkzeuge nach Einschätzung der Feuerwehr–Gewerkschaft inzwischen ein „Selbstbedienungsladen für Einbrecher und Diebe“.

Diebesgut wird bei Einbrüchen und Überfällen eingesetzt

Die Wachen seien zu schlecht gesichert und die Dreistigkeit der Einbrecher nehme zu, kritisierte der Berliner Landesverband der Gewerkschaft am Montag und sprach von einem „Warenlager für Raubüberfälle“. Dringend müsste Geld für einen besseren Schutz bereit gestellt werden.

Tatsächlich werden seit vielen Jahren immer wieder große Hydraulik–Spreiz– und Schneidegeräte gezielt von Kriminellen aus den Feuerwehrwachen und Fahrzeugen gestohlen, um sie bei Einbrüchen und Überfällen einzusetzen.

So zerschnitten die Täter aus dem Berliner Clan ein Fenstergitter bei dem Einbruch in das Dresdner Museum, die gesicherten Türen überfallener Geldtransporter wurden so aufgebrochen und erst vor einigen Wochen kamen Einbrecher in einer Postbank in Berlin–Gesundbrunnen mit Hilfe eines gestohlenen High–Tech–Spreizgeräts der Feuerwehr an ihre Beute.

Auch Kameraden seien in Gefahr

Die Feuerwehr–Gewerkschaft berichtete, der letzte Einbruch habe kürzlich die Feuerwache Gatow (Spandau) getroffen. Videoaufnahmen und Bildmaterial würden zeigen, wie die Täter die Fahrzeughalle erkundet und ihre Beute mitgenommen hätten.

Zugleich seien bei manchen Einbrüchen Feuerwehrleute in anderen Räumen gewesen, die in Gefahr geraten könnten. „Wir gehen davon aus, dass wir es hier mit Schwerkriminellen zu tun haben, für die Gewalt ein probates Mittel ist, um ihre Ziele zu erreichen.“

Die Feuerwachen benötigten Alarm– und Sicherheitstechnik und müssten auch durch Personal bewacht werden. Stattdessen sehe sich keine Behörde in der Verantwortung, dafür Geld zur Verfügung zu stellen. „Man lässt sich weiter beklauen und nimmt Sicherheitsmängel einfach hin.“