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Streit um bleifreie Munition

Jäger fürchten Querschläger

Templin / Lesedauer: 2 min

Nur elf Schießstände im Land sind für bleifreie Munition zugelassen. Dabei hätten solche Geschosse einen entscheidenden Vorteil.
Veröffentlicht:02.08.2013, 08:22

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Die Jäger in Brandenburg sorgen sich um ihre Trainingsmöglichkeiten. Nur auf elf Schießständen darf derzeit bleifreie Munition verwendet werden. In der Uckermark ist nur der Schießstand der Schützengilde Templin dafür abgenommen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski hervor.

Angst vor zu viel Blei im Wild-Fleisch

Hintergrund ist ein Vorstoß der Agrarministerkonferenz der Länder aus dem April: Damals hatten unter anderem die Minister von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern den Bund gebeten, sich für ein Verbot bleihaltiger Jagdmunition einzusetzen. „Man fürchtet, dass diese Munition zu erhöhten Bleiwerten im Wildbret führen kann, was möglicherweise Relevanz für die Gesundheit der Verbraucher haben könnte“, erklärte der Vorsitzende des Brandenburger Landesjagdverbands, Wolfgang Bethe.

Doch eine Umstellung könnte zu Problemen führen. Während ein Geschoss mit Bleikern beim Kontakt mit einem Widerstand zerplatzt oder sich breit drückt, könnte ein bleifreies abprallen. „Wenn Sie jetzt auf einen Schießstand treten, der ein Bleigeschoss ohne Weiteres verkraftet, kann es sein, dass dort Bauteile sind, an denen das bleifreie Geschoss zum Querschläger wird“, sagte Bethe. Deswegen müsse jeder Schießstand für die Verwendung bleifreier Munition gesondert zugelassen werden.

Lange Fristen für Umrüstung gefordert

„Das Hin zur bleifreien Munition scheint sinnvoll“, sagte Dieter Dombrowski. Nötig sei es allerdings, vor einem möglichen Verbot bleihaltiger Munition ausreichend lange Fristen einzuführen, damit die bis zu 13 000 Jäger im Land Brandenburg eine Chance hätten, ihre Schießstände entsprechend umzurüsten.

„Ich schieße schon seit sechs Jahren mit bleifreier Munition“, sagte der FDP-Landesvorsitzende und Hobbyjäger Gregor Beyer. Er sei der erste deutsche Jagdleiter gewesen, der in seinem Zuständigkeitsbereich bleifreie Munition einführte. „Das ging damals um die Seeadler“, erinnerte sich Beyer. Denn die aufgebrochenen Reste des Wildes, die im Wald liegen bleiben, enthielten häufig Bleireste, die bei den Adlern dann zu einer Bleivergiftung führen könnten.