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Telekommunikation

Mobilfunk–Netz wird aufgerüstet: Drohnen–Steuerung

Potsdam / Lesedauer: 3 min

Maschinen und Drohnen aus der Ferne in Echtzeit steuern? Brandenburg will für den mobilen Datenverkehr den Ausbau von Hochleistungsnetzen beschleunigen. Auch konkrete Ziele beim 5G–Mobilfunk werden angekündigt.
Veröffentlicht:12.07.2023, 05:36

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Brandenburg will gemeinsam mit dem Netzbetreiber Vodafone den Ausbau der neuesten Mobilfunk–Technologie im Flächenland voranbringen. Bis Ende dieses Jahres sollen mindestens zwei von drei Haushalten in Brandenburg die modernste Technik 5G+ zuhause nutzen können, wie Vodafone am Mittwoch ankündigte. Bei dieser Technologie sollen der Datenaustausch und die Reaktionszeiten noch schneller sein als etwa beim bisherigen Mobilfunk–Standard 5G. Es soll so möglich werden, den Einsatz von Drohnen etwa zur Belieferung mit Medikamenten sicherer zu machen und Kräne auch aus der Ferne zielgenau zu steuern.

Brandenburg will die Erprobung praxisnaher 5G–Anwendungen forcieren. Die Versuche und Simulationen werden mit 6,5 Millionen Euro gefördert. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), der am Mittwoch eine 5G–Strategie des Landes vorstellte, erhofft sich davon übertragbare Angebote etwa für mittelständische Unternehmen und IT–Dienstleister.

Bereits jetzt gibt es zahlreiche Forschungsprojekte in Brandenburg etwa in den Bereichen Verkehr, Mobilität und Logistik. Dabei geht es unter anderem um autonomes Fahren und Drohnen–Anwendungen. Brandenburg will zudem einen digitalen 5G–Atlas aufbauen, der Informationen rund um die Netzinfrastruktur bieten soll.

In dem Papier zur 5G–Landesstrategie heißt es aber auch: „Ein wesentliches Risiko der digitalen Transformation besteht darin, wenn Unternehmen zu spät auf neue Technologien setzen. Sie laufen dann Gefahr, dass sich ihre Wettbewerbsposition verschlechtert bzw. neue Märkte, beispielsweise im Bereich der Netzwerkausrüster, sich nicht etablieren, weil die Nachfrage zu gering ausfällt.“

Die Industrie und Handelskammer (IHK) Potsdam kritisierte, die längst überfällige 5–G-Strategie des Landes sei zu wenig konkret. Für die Vorhaben fehle eine klare zeitliche Planung. Ein leistungsstarkes 5G–Netz sei flächendeckend nötig, fordert die IHK.

Minister Steinbach unterzeichnete am Mittwoch eine Kooperationsvereinbarung mit Vodafone. Brandenburg sei mit dem beschleunigten Netzausbau Vorreiter unter den Flächenländern, teilte das Telekommunikationsunternehmen mit.

Vodafone spricht bei 5G+ von einem „Echzeit–Netz“, das so schnell reagiere wie das menschliche Nervensystem. Aber auch mit dem Smartphone lasse sich noch schneller im Netz surfen. Parallel will der Netzbetreiber zahlreiche Funklöcher in Brandenburg schließen und neue Mobilfunkmasten aufstellen, wie ein Sprecher sagte.

Bis Ende 2025 soll die Mobilfunk–Technik 5G+ für mehr als 90 Prozent aller Haushalte in Brandenburg — mehr als 2,2 Millionen Menschen — verfügbar sein, kündigte das Unternehmen an. Für den Netzausbau seien Software–Updates an Mobilfunk–Antennen nötig sowie eine Aufrüstung des Kernnetzes, also der Kabel unter der Erde.

Nach Angaben des Bundesdigitalministeriums vor rund einer Woche stieg innerhalb eines Jahres die Versorgung mit dem schnellen Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) auf 87 Prozent der Fläche in Deutschland, das entspreche einem Plus von 22 Prozentpunkten. Der Mobilfunkstandard 5G bietet deutlich höhere Datenübertragungsraten als die bisherigen Standards UMTS (3G) und LTE (4G).