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Landesvorsitz

Redmann kandidiert für Brandenburgs CDU-Chefposten

Potsdam / Lesedauer: 3 min

Wer wird der Nachfolger von Michael Stübgen für den Landesvorsitz der Brandenburger CDU? Fraktionsvorsitzender Jan Redmann gab nun seine Kandidatur bekannt.
Veröffentlicht:11.12.2022, 15:28

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Jan Redmann will es wissen. Am Sonntag gab der Fraktionsvorsitzende der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion bekannt, sich bei der im Januar beginnenden Mitgliederbefragung als Nachfolger von Michael Stübgen um den Landesvorsitz der Christdemokraten bewerben zu wollen. „Es ist der richtige Zeitpunkt, sich mit Blick auf die Kommunal-, Landtags- und Europawahlen 2024 personell und inhaltlich neu aufzustellen“, sagte Redmann. Der Kreisvorstand der CDU Ostprignitz-Ruppin habe ihn deswegen für die Mitgliederbefragung nominiert.

Hintergrund: Innenminister Michael Stübgen gibt CDU-Landesvorsitz ab

Seit 2014 im Landtag

Dabei ließ Redmann keinen Zweifel daran, dass er im Fall einer Wahl auch die Spitzenkandidatur seiner Partei bei den nächsten Landtagswahlen anstrebt. Schon die Wahl des Ortes für den Pressetermin, auf dem Redmann seine Kandidatur bekanntgab, die Landeszentrale der CDU in Potsdam, verdeutlichte den Machtanspruch des 42-jährigen Juristen, der seit 2014 dem Landtag angehört und seit 2019 Fraktionsvorsitzender ist.

„Wir stehen in Brandenburg vor großen Aufgaben“, sagte Redmann. Der Brandenburg-Monitor der Staatskanzlei habe ergeben, dass nur noch 38 Prozent der Bevölkerung positiv in die Zukunft blickten. 62 Prozent hätten eher Sorgen. „Für Parteien gibt es da zwei Möglichkeiten: Aus Sorgen und Frustration Kapital schlagen, oder – und dazu zähle ich die CDU – die Ursachen der Probleme abbauen und Grund für Optimismus schaffen, um wieder mutig in die Zukunft zu gehen.“

Klassische CDU-Wähler und Start-up-Unternehmer

Am Sonntag versuchte Redmann dabei, sich das Bild eines vorsichtigen Modernisierers zu geben. Er schilderte Begegnungen mit Start-Up-Unternehmern, etwa einer Firma in der Uckermark, die Dachziegel mit integrierten Solarzellen herstelle. Gleichzeitig sprach er über die klassische CDU-Klientel: Etwa einen Bäckermeister, der nicht mehr wisse, ob sich die Investition in sein Unternehmen lohne. „Die Frage, die wir diskutieren müssen, ist, wie stellen wir uns das Brandenburg der Zukunft vor“, sagte Redmann. „Darauf müssen wir eine andere Antwort geben, als Grüne, Linke und erst Recht die AfD.“

Am Sonntag indes ging Redmann vor allem zu den Grünen auf Distanz. Die SPD dagegen beachtete er kaum. Das ist bemerkenswert, denn im Gefüge der Potsdamer Koalition werden dem CDU-Fraktionschef besonders gute Beziehungen zur Grünen-Chefin Julia Schmidt nachgesagt. „Die CDU ist nicht die Partei der Blütenträumer“, sagte Redmann. Zu seinem Bild eines Brandenburgs der Zukunft gehöre auch die Industrie.

Redmann: CO2-Speicherung gegen Deindustrialisierung

Zur von den Grünen abgelehnten CCS-Technik – die CO2-Speicherung in unterirdischen Lagern – gebe es für verschiedene Betriebe keine Alternative. „Das muss kommen“, sagte Redmann. Dazu stünden verschiedene ehemalige Erdgaslagerstätten, etwa in der Nordsee, zur Verfügung. „CCS ist eine große Möglichkeit, um Deindustrialisierung zu verhindern.“ Zudem sprach sich Redmann dafür aus, dass die Polizei Kriminalität „auf der Straße und im Internet bekämpfen kann – hier ist Datenschutz oft auch Täterschutz.“ Die Grünen dagegen hatten in der Vergangenheit oft die Fahne des Datenschutzes hoch gehalten.

Das Bemühen des CDU-Fraktionsvorsitzenden, bei seiner Bewerbung auch den konservativen Teil seiner Partei mitzunehmen, war mit Händen zu greifen – auch, als es um die Bundespolitik ging. Hier gehörte Redmann in der Vergangenheit nicht zu den Unterstützern des heutigen Bundesvorsitzenden Friedrich Merz. „Ich nehme wahr, dass Merz heute unangefochten ist, und dass sich die Partei hinter ihm versammelt hat“, sagte Redmann am Sonntag auf Nachfrage. „Ich glaube, dass wir gemeinsam auch auf Bundesebene Erfolg haben werden.“

Damit Redmann selbst in Brandenburg Erfolg haben kann, muss zunächst die Mitgliederbefragung, die am dritten März zu Ende gehen soll, zu seinen Gunsten ausgehen. Weitere Bewerber sind aber derzeit nicht in Sicht. Am 25. März 2023 soll dann ein Landesparteitag den Sieger des Mitgliederentscheids zum 14. Vorsitzenden der Brandenburger CDU seit 1990 wählen.