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PCK Schwedt

Woidke verbreitet Optimismus in Sachen Raffinerie Schwedt

Schwedt / Lesedauer: 3 min

Das PCK macht seit dem Stopp der russischen Ölimporte schwierige Zeiten durch. Am Dienstagabend tagte die Task Force PCK. Dabei gab es eine wichtige Information der Geschäftsführung.
Veröffentlicht:11.07.2023, 18:15

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Nach langem Hin und Her hat die Geschäftsführung der Raffinerie Schwedt vor kurzem den Fördermittelantrag zu Modernisierung der Pipeline zwischen dem Hafen Rostock und dem PCK gestellt. „Am Freitag, den 7. Juli 2023, haben wir den nationalen Antrag auf Gewährung einer Beihilfe für die Ertüchtigung der Pipeline Rostock–Schwedt und Anpassungen in der Raffinerie zur Verarbeitung alternativer nicht–russischer Rohöle in Höhe von 400 Millionen Euro beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht“, erklärte laut einer Mitteilung der Staatskanzlei Potsdam der Sprecher der PCK–Geschäftsführung Ralf Schairer bei der Sitzung der Task Force PCK am Dienstag in Schwedt. 

Zudem sei der Antrag persönlich an den Staatssekretär des Bundeswirtschaftsministeriums Michael Kellner (Grüne) übergeben worden. Das PCK–Team habe gut vorgearbeitet und die Planungen für die zeitkritischen Projekte aus dem Antrag bereits angestoßen. „Aber es bleibt auf allen Seiten noch viel zu tun“, stellte Schairer klar. Vorgesehen sei, jährlich neun Millionen Tonnen Rohöl durch die Leitung zu pumpen. Dafür solle der Hauptteil der insgesamt 420 Millionen Euro investiert werden.

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke, der Dienstag ebenfalls vor Ort in Schwedt war, zog eine positive Zwischenbilanz in Sachen PCK. Auf dem Weg zur Sicherung der Zukunft seien im ersten Halbjahr 2023 deutliche Fortschritte erreicht worden. Zuvor hatte Woidke auf einer Betriebsversammlung mit Beschäftigten gesprochen und ihnen für ihren „unermüdlichen Einsatz und ihre wichtige Arbeit zur Versorgung Brandenburgs, Berlins und ganz Ostdeutschlands insbesondere mit Benzin und Diesel“ gedankt.

Der Jahreswechsel habe für die PCK–Beschäftigten und die ganze Region eine tiefe Zäsur mit sich gebracht, sagte er. Seit den frühen 1960er–Jahren sei die Raffinerie mit russischem Öl aus der Druschba–Pipeline versorgt worden. „Dieses Öl gehörte über Jahrzehnte zur DNA der PCK, der Beschäftigten und von Schwedt. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ließ der Bundesregierung keine andere Wahl, als die Öl–Lieferungen aus Russland zu stoppen“, erklärte Woidke. Diese Entscheidung habe allerdings viele Menschen mit Sorge erfüllt. Zur Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze seien „erhebliche Unterstützungspakete geschnürt“ worden, die auch gewirkt hätten. Die Landesregierung werde sich auch weiterhin mit ganzer Kraft für die Raffinerie einsetzen, versprach Woidke.

Staatssekretär Kellner unterstrich, dass der kürzlich abgeschlossene, „langfristige Liefervertrag für kasachisches Rohöl ein weiterer wichtiger Schritt für die PCK Raffinerie“ sei. Zusammen mit den Lieferungen über Danzig und Rostock sei bewiesen worden, das die Versorgung mit Öl–Produkten in der Region auch ohne russisches Rohöl sichergestellt werden könne.

Keine Information gab es in der Pressemitteilung der Staatskanzlei zu den Gerüchten der Übernahme des PCK durch den polnischen Orlen–Konzern sowie die mögliche Konkurrenz durch eine neue Pipeline von Danzig aus bis zur Raffinerie in Plock bei Warschau.