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Aktiv gegen Leerstand in der Innenstadt

Demmin setzt auf Radiowerbung, Markttage - und Dialog mit den Händlern   

Demmin / Lesedauer: 3 min

Auch große Städte wie Rostock haben im Zentrum zunehmend mit Leerstand zu kämpfen. Wie gelingt es Demmin, Publikum in eine Innenstadt zu locken, die es eigentlich gar nicht gibt?
Veröffentlicht:12.02.2024, 18:00

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Um auf die Hansestadt aufmerksam zu machen, wird es in diesem Jahr Radiowerbung geben. Das kündigt City-Managerin Nancy Klevenow an. Das „Infomercial“ bei der Ostseewelle wird vom Land gefördert, und in dieser Woche am Donnerstag, 15. Februar, aufgezeichnet. Dazu wird auch Bürgermeister Thomas Witkowski dem Sender Rede und Antwort stehen.

Es wird wieder Regionalmärkte geben

Und auch sonst hat Nancy Klevenow, in der Stadtverwaltung zuständig für Marketing, Tourismus und Wirtschaftsförderung, für das Jahr 2024 bereits einige Pläne. So werden im Juni und im Oktober wieder Regionalmärkte stattfinden. Außerdem sind rings um die Rathaus nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr nun für 2024 fünf Flohmärkte geplant. Saisonstart ist allerdings erst im April.

Die neuen Sondermärkte wurden vom Publikum sehr gut angenommen, freut sich die City-Managerin. Auch die Händler waren mit der Nachfrage zufrieden. „Das wird auch Auswirkungen auf die Wochenmärkte haben“, sagt Klevenow. Derzeit bieten dort selbst bei schlechtem Wetter bereits bis zu zehn Händler ihre Waren an; an guten Tagen waren es sogar 13 Marktstände. Und es werden noch einige mehr werden, so die City-Managerin. „Doch das braucht alles Zeit.“ Denn viele Anbieter seien derzeit noch anderweitig gebunden.

Grundsätzlich sei die Entwicklung positiv. Die Hansestadt, die ihre Wochenmärkte seit Anfang 2023 in eigener Regie organisiert, werde demnächst auch mit Bannern für die Markttage werben. Klevenow hofft, dass die Nachfrage dann weiter steigt.

Innenstadtfest sorgt für Belebung

Die Belebung der Innenstadt ist das zentrale Anliegen der City-Managerin. Dazu trugen 2023 etliche Veranstaltungen bei, wie das Innenstadtfest am 16. September, auf dem sich die Demminer Vereine präsentieren konnten. „Das wird es vorausichtlich ähnlich auch 2024 wieder geben“, kündigt Nancy Klevenow an. Und im April wird auch die Jobbörse „Stellenflut“ wieder auf dem Markt stattfinden. Dreimal lockte im Vorjahr zudem die Pop-up Kneipe ein feierfreudiges Publikum an. „Sie wird an einem anderen Ort in diesem Jahr wieder öffnen“, so Klevenow.

Um den Austausch zwischen den Bürgern und dem Rathaus zu verstärken, hat die City-Managerin neue Veranstaltungen ausprobiert. „Der Klönschnack läuft fabelhaft“, berichtet sie. Und der Bürgerdialog soll in abgewandelter Version weitergeführt werden. Zur ersten Auflage des Touristikertreffens kamen 25 Teilnehmer. „Das war eine sehr schöne Veranstaltung, die vor allem die Vernetzung unterstützt“, sagt Klevenow.

Ein analoger City-Guide

Eine ebenso rege Beteiligung erhofft sie sich für das Stadtgeflüster, das vor allem den Dialog mit den Gewerbetreibenden fördern soll. Die Stadtverwaltung würde es zudem begrüßen, wenn sich ein Gewerbeverein oder ein Innenstadtverein als Interessenvertretung der Händler und Handwerker formieren würde. Um sie zu unterstützen, sei derzeit außerdem eine Faltkarte in Arbeit – ein analoger City-Guide, der dazu beitragen soll, Besucher der Stadt auch in die Geschäfte zu locken.

„Wir sind derzeit zudem mit der Finalisierung der neuen Stadt-Homepage beschäftigt“, sagt Klevenow. „Sie wird strukturierter und wesentlich umfangreicher als bisher.“ Auch ein Leerstandskataster wird erstmals mit angeboten.

All diese Aktivitäten werden übrigens auch in Schwerin wahrgenommen und gewürdigt. Seit Jahresbeginn ist Demmin landesweite „Kompetenzstelle für Prozesse der Bürgerbeteiligung zur Innenstadtentwicklung“, berichtet Nancy Klevenow. „Das bringt zudem noch einmal 10 000 Euro Fördermittel für unsere Innenstadt.“