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Für Schulen und Kitas

Demminer Schülerin wird erste Niederdeutsch-Botschafterin

Schwerin/Demmin / Lesedauer: 2 min

Als frisch ernannte Botschafterin möchte Jette Bolz vom Demminer Goethe-Gymnasium auch andere junge Menschen für die plattdeutsche Sprache und Kultur begeistern. 
Veröffentlicht:31.01.2024, 14:58

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Jette Bolz aus Siedenbrünzow bei Demmin setzt sich seit Jahren für die Pflege der niederdeutschen Sprache ein, die nach ihrer Auffassung ein wichtiges Kulturgut ist. So hatte die Schülerin im vergangenen Herbst eine Online-Petition gestartet, weil der Plattdeutsch-Unterricht am Demminer Goethe-Gymnasiums in einigen Klassen wegen Lehrermangels zeitweise auf der Kippe stand. Für die 16-Jährige ein absolutes Unding. Wie der Nordkurier berichtete, konnte die Personallücke mittlerweile geschlossen werden.

Ministerin lobt "begeisterte Plattsnackerin"

Ihr Engagement ist in Schwerin nicht unbemerkt geblieben. Am Dienstag wurde Jette Bolz vom Beirat der Landesregierung für Niederdeutsch und Heimatpflege zur ersten Niederdeutsch-Botschafterin von Mecklenburg-Vorpommern ernannt. Ihre Aufgabe besteht darin, in Schulen und Kitas für die niederdeutsche Sprache zu werben sowie die bestehenden Lernangebote im Land bekannter zu machen, hieß es aus dem Bildungsministerium. Allein im zurückliegenden Schuljahr hätten 1791 Schülerinnen und Schüler an 51 Schulen Niederdeutsch gelernt.

"Die niederdeutsche Sprache lebt, wenn sie gesprochen wird. Jette Bolz verkörpert das auf ganz besondere Weise. Sie selbst ist begeisterte Plattsnackerin und zeigt damit, dass auch junge Menschen Freude an der Niederdeutschen Sprache haben können", sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke), als sie der Schülerin gemeinsam mit Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen (SPD) die offizielle Urkunde überreichte.

Land will Plattdeutsch-Angebote ausbauen

Das Land beabsichtigt, die Niederdeutsch-Angebote in den kommenden Jahren durch die Zertifizierung von „Plattsnacker-Kitas“ auszubauen, den Nachwuchs zu fördern und bereits die Lütten spielerisch an die niederdeutsche Sprache heranzuführen. „Außerdem soll gemeinsam mit dem Heimatverband MV ein Unterstützungssystem außerschulischer Lernpartner und Lernorte aufgebaut werden“, kündigte Oldenburg an.

Für Jette Bolz sei es wichtig, gerade junge Leute vom Plattdeutsch als Schulfach zu überzeugen, wie sie bei der Auszeichnung hervorhob. So könne sie sich durchaus vorstellen, die Sprache später irgendwann einmal selbst zu unterrichten. Um diesen Traum zu verwirklichen, müsste sie MV auch nicht verlassen. Denn die Universitäten in Rostock und Greifswald bieten ein entsprechendes Studium für angehende Lehrkräfte an. 

Doch bevor die Schülerin weiter darüber nachdenken kann, muss sie zunächst den Schulabschluss am Goethe-Gymnasium hinter sich bringen. Und so viel ist sicher: Ihr Abitur möchte Jette Bolz auf jeden Fall auch auf Niederdeutsch machen.