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Jahresbilanz

Demmins Feuerwehr-Kameraden haben Rekordjahr hinter sich

Demmin / Lesedauer: 3 min

Das vergangene Jahr wird den Einsatzkräften lange in Erinnerung bleiben. Nicht aufgrund besonders großer Einsätze, sondern wegen der Zahl der Alarmierungen.
Veröffentlicht:04.01.2023, 15:49

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Ob Brand oder Sturmschaden, Einsätze an der PCK-Pipeline bei Lindenhof oder Verkehrsunfälle – 2022 hat den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Demmin alles abverlangt. Die schiere Masse an Alarmierungen übertrifft die der Vorjahre bei weitem. „Es war ein Rekordjahr“, so Wehrführer Felix Schliwa. Und in der Tat mussten die Feuerwehrleute im Schnitt alle 1,6 Tage ausrücken.

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Insgesamt 228 Einsätze schlugen so in den vergangenen zwölf Monaten zu Buche. Darunter 57 Brandeinsätze, der Rest Hilfsleistungen, wie Ölspuren oder Räumarbeiten nach Unwettern. Zum Vergleich: 2021 lag die Einsatzzahl noch bei 145. Somit ist ein Anstieg von rund 57 Prozent innerhalb eines Jahres zu verzeichnen.

Sturmtiefs sorgten für Zerstörungen

„Das ist aber nicht nur bei uns so, sondern überall“, sagt Schliwa. Die Tendenz sei im Allgemeinen steigend. Als Grund dafür sieht Demmins Wehrführer unter anderem die sich häufenden Großwetterlagen. So hatten beispielsweise im Januar und Februar die Sturmtiefs „Nadia“, „Ylenia“ und „Zeynep“ für reichlich Zerstörung und damit konstanten Alarm gesorgt. „Es gab Kameraden, die waren da mehr als 24 Stunden im Einsatz“, sagt er. Eine immense körperliche Tortur.

Abseits dessen blieben die Großeinsätze im vergangenen Jahr jedoch aus. Feuer beschränkten sich zumeist auf Flächenbrände. „Zum Glück gab es auch keine Personenschäden“, so der Wehrführer. Nichtsdestotrotz haben sich einige Ereignisse in die Erinnerungen gebrannt. Darunter die brennende Lagerhalle im Demminer Gewerbegebiet am 1. Januar 2022. Ebenso wie der Wohnhausbrand in der Pensiner Siedlung Mitte August. Zumal bei zweitgenanntem zunächst nicht klar gewesen sei, ob sich noch Menschen in dem Gebäude befinden.

Viele kleine Alarmierungen

Allerdings sind es nicht nur Großkampftage, die den Einsatzzähler in die Höhe schießen lassen. Eine Vielzahl kleinerer Alarmierungen haben sich 2022 gehäuft. Darunter Türöffnungen oder Tragehilfen für Krankentransporte, wenn vor allem schwere Patienten aus der Wohnung in den Rettungswagen gebracht werden müssen. „Einen ganz großen Teil machen auch Brandmeldeanlagen aus“, sagt Schliwa. 95 Prozent der damit verbunden Einsätze seien aber Fehlalarme. Ausgelöst durch schlecht bis gar nicht gewartete Geräte oder Installationen in Küchen, die allein durch die Hitze beim Kochen anspringen.

Doch so oder so: Wenn der Pieper geht, heißt es ausrücken. Und Schliwa kann sich auf seine Leute verlassen. „Zur Zeit ist der Ansporn bei den Kameraden hoch“, sagt er. Zudem sei eine ganze Reihe junger Brandbekämpfer aus der Jugendwehr in den aktiven Dienst eingetreten. Auf 53 Mitglieder kann der Wehrführer im Ernstfall setzen. „Davon können rund 25 regelmäßig beim ersten Abmarsch dabei sein“, so Schliwa.

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Eine Personalstärke, die aktuell Mut macht für die bevorstehenden Einsätze. „Darauf kann man sich aber nicht ausruhen“, sagt der Wehrführer. Weitere Einsatzkräfte würden dringend gebraucht. Zudem bestünde, laut Schliwa, ein hoher Bedarf an Aufklärung über die Arbeit der Wehr. „Viele wissen gar nicht, was die Kameraden leisten“, sagt er. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Demmins Brandbekämpfer freiwillig und ehrenamtlich Ausrücken, wenn ihre Hilfe gebraucht wird.