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Feuerwehreinsatz

Familie steht nach Brand ohne Heizung, Strom und Wasser da

Jagetzow / Lesedauer: 3 min

Nach einem nächtlichen Brand steht eine Familie in Jagetzow erstmal ohne Heizung, Strom und Wasser da. Für die Feuerwehr war vor allem die Anfahrt eine große Herausforderung. 
Veröffentlicht:29.11.2023, 08:01

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Von wegen schnell wie die Feuerwehr: So langsam wie am Mittwochmorgen dürften die Brandbekämpfer aus der Region schon lange nicht mehr zu einem Einsatz gerollt sein. Denn als die Leitstelle bei den Feuerwehren Völschow und Jarmen gegen 4 Uhr Alarm auslöste, herrschte draußen seit geraumer Zeit kräftiges Schneetreiben und war noch keine einzige Straße geräumt. So dass die Einsatzfahrzeuge aus Sicherheitsgründen fast schon nach Jagetzow schleichen mussten, wo der Notruf herkam. Dort stand das Innere des Anbaus eines ehemaligen Kuhstalles, der inzwischen zu Wohnzwecken umfunktioniert wurde, in Flammen. In dem kleinen Gebäude an der Außenwand befindet sich nicht nur die mit Holzscheiten zu befeuernde Heizungsanlage, sondern zudem der Wasser- und Stromanschluss für das Gebäude.

Dicker Qualm aus dem Heizungstrakt

Bemerkt hatte den Brand der Hausherr selbst. Wie er dem Nordkurier beschrieb, sei ihm nämlich aufgefallen, dass der Strom weg war. Weil aber draußen im Dorf weiterhin die Beleuchtung brannte, wie ein Blick aus dem Fenster verdeutlichte, habe er nach den Sicherungen und dem Stromanschluss geschaut. Und dabei dann den dicken Qualm bemerkt, der aus dem Heizungstrakt kam. 

Die insgesamt 22 Kameraden und Kameradinnen der Völschower Gemeindefeuerwehr und der aus der benachbarten Peenestadt samt ihrer Löschgruppen Plötz und Daberkow brachten die Situation schnell unter Kontrolle, zumal die alten dicken Feldsteinmauern des ehemaligen Stalls wie eine unüberwindbare Sperre für die Flammen funktionierten. Das Haus selbst oder Personen waren also nicht in ernster Gefahr. Doch dauerte es eine ganze Weile, die letzten Glutnester zu löschen, zum Schluss kam deshalb Schaum zum Einsatz. Erst gegen 6 Uhr konnten die letzten Retter wieder abrücken.

Durch die Löscharbeiten wurde allerdings der teilweise etwas tiefer gelegene Anbau bis zur Eingangstreppe geflutet und damit auch die Heizung. Weil sich wie beschrieben sämtliche Anschlüsse samt Wasseruhr in diesem Bereich befinden, stand die Familie mitten im frostigen Winter plötzlich nicht nur ohne Heizung da, sondern überdies ohne Strom und Wasser. Zumindest herrschte die Hoffnung, dass der noch während des Einsatzes von der Feuerwehr benachrichtigte regionale Energieversorger im Laufe des Tages einen provisorischen Anschluss schaffen wird, um wieder die Elektrik in Gang zu bekommen und damit unter anderem den Durchlauferhitzer fürs Wasser. 

Offenbart wurde bei diesem Brand wieder einmal die prekäre Löschwasser-Situation in Jagetzow. Denn der äußerst weitläufige Völschower Ortsteil verfügt nur über zwei Teiche als Reservoir, die aber höchstens bedingt für die Feuerwehr geeignet sind und schon gar nicht bei diesen Außenbedingungen. Weshalb das Völschower Löschfahrzeug, von dem aus die Brandbekämpfer ihren Angriff führten, per Schlauchverbindung mit dem Nass aus den zwei Jarmener Wagen versorgt wurde, die ebenfalls Tanks an Bord haben. Für das Wiederauffüllen ihres Speichers mussten sie indes bis nach Völschow fahren, wo es am sogenannten Konsumteich einen Hydranten als Zapfstelle gibt - ein bei Schneetreiben und Glatteis ziemlich zeitraubender Weg. Da schien es wie Glück, dass es sich diesmal um keine größere Notlage handelte.