Gesellschaft

Frühlingszeit ist Gärtnerzeit — auch im Gemeinschaftsgarten

Demmin / Lesedauer: 3 min

Am Mittwoch folgt in Demmin der nächste Schritt zu einem Gemeinschaftsgarten, den der Heimatverein anlegt. Bürger ohne eigenen Garten können dort zukünftig wirken.
Veröffentlicht:25.04.2023, 14:19

Von:
  • Kai Horstmann
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Der Frühling ist schon weit fortgeschritten, da passt es gut, dass das Projekt „Gemeinschaftsgarten“ vom Demminer Heimatverein immer mehr Gestalt annimmt. Die Projektleitung dabei hat David Krüger, während Heinz Wittmer das Projektmanagement übernommen hat. Ihr erstes Projekt: Der Gemeinschaftsgarten an der Bahnhofstraße in Höhe des Platzes der Deutschen Einheit.

Die Idee zu solch einem Garten ist nicht neu, die hatte Günther Kny von der Demminer Tafel bereits vor fünf Jahren. Gelegenheit ergab sich jetzt durch den Bau des Kreisverkehrs in der Jarmener Straße. „Der dortige Bahnübergang wurde umgebaut und das historische Bahnwärterhäuschen soll an der Bahnhofstraße wieder neu aufgebaut werden, damit ein Bahnmuseum entsteht. In dem Zuge bot uns die Bahn als Eigentümer weitere Gartenflächen an. Seit 1878 wird der Streifen entlang der Bahnschienen als Gartenland genutzt, liegt aber schon seit längerer Zeit brach“, berichtet Heinz Wittmer.

David Krüger (vorn) kann neben Heinz Wittmer (2. v. l.) auf viele Unterstützer bauen. (Foto: Kai Horstmann)

Wie das aussehen soll, wird am Mittwoch, 26. April, vom Heimatverein vorgestellt. Ab 16.30 Uhr kann man sich das Gelände vor Ort anschauen. Um 18 Uhr geht es dann im Café 3K, Clara–Zetkin–Straße 16, beim ersten offenen Infotreffen weiter.

Wilde Natur hat Fläche noch im Griff

Das Gartenprojekt sieht vor, dass auf einer Fläche von über 2000 Quadratmetern wieder zahlreiche Gärten entstehen sollen. Momentan hat die wilde Natur die Fläche noch im Griff; leider liegt dort zusätzlich auch noch viel Müll umher. Nicht nur die Entsorgung der Auto– und Treckerreifen dürfte einige Schweißperlen erzeugen. Denn wo einst unsere Vorfahren fein säuberlich ihr Gemüse angepflanzt haben, beherrschen heute Wildpflanzen das Bild.

„Noch ist nicht viel vom interkulturellen Gemeinschaftsgarten zu erkennen“, räumt Wittmer ein. „Doch bald fangen wir an, die Flächen aufzuräumen, freizumähen und den Boden umzugraben. Schließlich wollen wir noch in diesem Jahr anfangen, dort wieder etwas anzupflanzen. Alle können sich daran beteiligen, damit wir gemeinsam einen Platz schaffen, wo man sich wohlfühlt.“ 

Noch ist viel im Gemeinschaftsgarten zu tun, damit hier wieder Beete entstehen. (Foto:  Kai Horstmann)

Bereits am Sonnabend, 29. April, geht es um 10.30 Uhr auf dem Gartengelände weiter: Die Rostocker Heilpflanzenexpertin Silvia Berg kommt zu Besuch. Und im Mai soll dann eine Veranstaltung folgen, in der Terra Preta im Mittelpunkt steht, also die Verwendung von Pflanzenkohle.

Gemüsebeet als Wunsch

Beteiligen möchte sich an dem Projekt Amy Gehenio. Sie ist zugleich Mitglied beim Kulturverein T30, der das Projekt unterstützt. Ihr geht es hauptsächlich um das gemeinschaftliche Gärtnern. Sie möchte ein Gemüsebeet mit hauptsächlich Mohrrüben, Kürbissen, Tomaten und Roter Beete anlegen. „Gerade im Sommer bin ich viel unterwegs und kann mich nicht immer um meine Beete kümmern. Besonders wenn es heiß ist, benötige ich so eine Gemeinschaft, damit die Pflanzen gegossen werden“, sagt Amy Gehenio. „Zudem wäre es schade, wenn zum Beispiel die Tomaten während meiner Abwesenheit reif wären und deshalb die Früchte verkommen würden. So kann ein anderer diese ernten.“   

Wer Interesse an dem Projekt hat, der kann sich bei Heinz Wittmer unter der Telefonnummer 0162 / 194 83 36 oder per E–Mail ([email protected]) melden.