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Geburtenrate in Demmin leicht rückläufig

Demmin / Lesedauer: 4 min

Fast genauso viele Kinder wie im Vorjahr sind 2022 in Demmin zur Welt gekommen. Trotzdem gab es im vergangenen Jahr bei den Geburten eine Besonderheit.
Veröffentlicht:03.01.2023, 05:03

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Im Krisenjahr 2022 gab es für einige Menschen wohl nur wenige Momente der Freude. In den Kreißsälen des Demminer Kreiskrankenhauses sah das jedoch anders aus. Dort brachten 447 Frauen aus Demmin und ganz Mecklenburg-Vorpommern ihre Kinder zur Welt, drei von ihnen bekamen Zwillinge. Darunter waren auch ukrainische Mütter, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflüchtet sind und ihre Kinder in Sicherheit auf die Welt bringen konnten. Allerdings ist in den vergangenen drei Jahren eine rückläufige Tendenz bei der Geburtenrate zu erkennen.

Insgesamt 450 Kinder erblickten 2022 in Demmin das Licht der Welt, 207 Mädchen und 243 Jungen. Davon stammen 20 Kinder aus der Ukraine. 2021 kamen hingegen insgesamt 462 Kinder in Demmin zur Welt, 2020 waren es 466. Den Abschluss des Jahres machte der kleine Milian. Er wurde am 28. Dezember gegen 3.33 Uhr in Demmin geboren und ist somit das letzte Baby im Jahr 2022 gewesen.

Große emotionale Herausforderungen

Für das Team der Geburtshilfe wurden die Entbindungen bei den ukrainischen Müttern zu emotionalen Herausforderungen. „Es macht sehr betroffen, wenn man nicht weiß, ob die Neugeborenen ihren Vater überhaupt kennenlernen oder friedlich aufwachsen können. Das sind ganz neue Gefühle, mit denen wir uns vorher noch nie auseinandersetzen mussten“, erinnern sich einige Hebammen.

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Trotz der komplizierten Situation, vor allem für Ukrainerinnen, garantiert Dr. Uta Teichmann, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, eine sehr entspannte Wohlfühlatmosphäre für das wohl emotionalste Ereignis im Leben einer Frau. „Wir bieten eine sehr familiäre Atmosphäre in einem Super-Team“, betont sie.

Für die Anwesenheit der Väter bei der Entbindung setzte sich das Team nach Angaben des Demminer Kreiskrankenhauses auch 2022 ein. Denn aufgrund der Corona-Maßnahmen war es für die in den vergangenen zwei Jahren gar nicht so einfach, garantiert bei der Geburt des Kindes im Kreißsaal dabei zu sein. Bei einer natürlichen Geburt müssen Begleitpersonen lediglich einen negativen Corona-Test vorweisen. Nicht alle Väter schafften es dadurch rechtzeitig in den Kreißsaal.

Zweijährige kommt mit Papa zur Geburt des Bruders

„Wir sind sehr stolz, dass wir trotz der Pandemie in fast allen Fällen dafür sorgen konnten, dass die Väter zumindest bei einer natürlichen Geburt dabei sein und bei Interesse auch ein gemeinsames Elternzimmer beziehen konnten“, sagt Dr. Uta Teichmann. Für sie und ihr Team gab es im vergangenen Jahr unzählige schöne und emotionale Momente. Zwei Fälle sind jedoch besonders in den Köpfen geblieben.

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„So gab es eine muntere Zweijährige, die es aufgrund der plötzlich einsetzenden Wehen ihrer Mutter nicht mehr zur Oma geschafft hatte. Das kleine Mädel kam dann mit dem Papa mit zur Geburt und wurde währenddessen von den anderen Hebammen betreut. Anschließend konnte sie gleich ihren kleinen Bruder begrüßen“, berichtet das Kreiskrankenhaus. Das ist eine eher seltene Erfahrung für alle Beteiligten. Noch seltener komme es aber vor, dass eine Frau zwei Kinder in einem Jahr bekommt. 2022 bekam eine Demminerin jedoch je eines im Januar und im Dezember.

Zwei Neugeborene fallen in der Statistik für das Jahr 2022 zudem besonders auf. Demnach wog das schwerste Baby 5175 Gramm und das Leichteste 1850 Gramm. Zudem war der September mit 53 Babys der geburtenreichste Monat, während im April und November jeweils nur 33 kleine Erdenbürger zur Welt kamen, konstatiert das Krankenhaus, das darüber hinaus auf einige seltene Namen gestoßen ist. Zwar seien deutsche Namen weiterhin beliebt, jedoch tauchten 2022 weibliche Namen wie Amara, Viveka und Ylvi Hel Germania auf und bei den Jungs beispielsweise Stellan, Loki und Merlin.

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