Heimatverein

Hundert Jahre Museum in Demmin – Große Ausstellung ab Donnerstag

Demmin / Lesedauer: 3 min

Das Demminer Museum entstand einst vor hundert Jahren durch das Engagement von Bürgern der Hansestadt. Daran soll eine knapp zweiwöchige Ausstellung im Rathaussaal erinnern.
Veröffentlicht:01.08.2023, 05:33

Von:
  • Anke Krey
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Die Ausstellung „100 Jahre Demminer Museum“ wird am Donnerstag, 3. August, um 18 Uhr im Festsaal des Rathauses der Hansestadt eröffnet. Schon seit einigen Tagen sind Mitglieder des Heimatvereins mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Kunsthistoriker Dr. Axel Wendelberger und Frank Häberer vom Heimatverein Demmin präsentieren eine historische Karte. Foto: Ralf Scheunemann (Foto: Ralf Scheunemann)

Froh und traurig zugleich

Und dabei sind sie froh und traurig zugleich, berichtet David Krüger, der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins: „Wir freuen uns, dass wir diese Möglichkeit haben, an die Gründung des Demminer Museums zu erinnern.“ Denn bis zum 19. August steht dafür der Rathaussaal zur Verfügung. Und dank der Kulturförderung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ist auch die Finanzierung dieses Projektes gesichert.

Ein Foto aus alten Zeiten: Hans Clemens, weiland Leiter des Demminer Museums, steht hinter der Vitrine mit dem Mammutzahn. Dieser wird bei der Ausstellung zu sehen sein. (Foto: NK-Archiv/Thoralf Plath)

Traurig sind die Mitglieder des Heimatvereins, weil sie nur einen sehr kleinen Teil der Bestände für kurze Zeit aus dem Magazin holen und präsentieren können. Am Hanseufer lagern immerhin 37.000 Objekte. Darunter sind wundervolle Gemälde von Demminer Künstlern, Unikate wie die Skulpturen von Karl Schlösser ebenso wie Alltagsgegenstände aus vergangenen Jahrhunderten.

Es musste also ausgewählt werden — und am Donnerstag, bei der Eröffnung, werden die Besucher erfahren, wie sich die Ausstellungsmacher entscheiden haben. Die Vitrinen aus dem alten Museum sind mittlerweile aufgebaut und blitzblank geputzt. Nun können die Exponate aus dem Fundus geholt und sorgfältig an ihren jeweiligen Platz gehängt, gelegt und gestellt werden.

Das ist mit einem ziemlich hohen Aufwand verbunden, wird im Gespräch mit David Krüger schnell deutlich. Denn dabei ist stets große Vorsicht angesagt; das Präsentierte habe schließlich musealen Wert.

Museum endlich wieder erlebbar machen

An der Vorbereitung der Ausstellung beteiligen sich Dr. Kathrin Werner, Amélie von Loeper, Dörte Bretsch, Helga Janetschke, Brigitte und Hans–Jürgen Höppner, Frank Häberer, Herwig Schleicher und David Krüger. Ihr Anliegen ist es, so Krüger, „das Museum wieder erlebbar zu machen“ — immerhin seien seit der Schließung schon acht Jahre vergangen.

Gezeigt wurden seine Schätze erstmals im Jahr 1922 im Rahmen der Demminer Herbstwoche. Das Museum der Hansestadt ist aus der anfangs noch nicht besonders umfangreichen heimatgeschichtlichen Sammlung des „Vereins für Heimatpflege zu Demmin“ hervorgegangen. Es erlebte Höhen und Tiefen. Das Kreisheimatmuseum an der Adolf–Pompe–Straße wurde dann 2010 geschlossen; die Nachfolge–Institution, das Demminer Regionalmuseum am Hanseufer, nach dem Auslaufen der Finanzierung im Jahre 2015.

Die Bestände konnte die Hansestadt Demmin im vergangenen Jahr von Landkreis erwerben. Jetzt arbeitet der Heimatverein gemeinsam mit der Stadtvertretung an einem Konzept für einen Neustart. Bis dieser gelingt, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Doch dem Heimatverein ist es wichtig, dass das Museum, das einst mit so viel Herzblut und Engagement von den Bürgern aufgebaut worden ist, nicht in Vergessenheit gerät. Daran soll nun auch die Ausstellung im Rathaussaal erinnern.