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Kündigung

Warum hält es kein Klimaschutzmanager in Altentreptow lange aus?

Altentreptow / Lesedauer: 2 min

Nach nur sieben Monaten gibt Nils Bandelin seinen Posten wieder auf. Findet sich ein Nachfolger oder hat die Verwaltung die Hoffnung schon aufgegeben?
Veröffentlicht:10.02.2024, 14:15

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Er hatte sich viel vorgenommen, um die Stadt Altentreptow und das Amt Treptower Tollensewinkel beim Thema Klimaschutz voranzubringen. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Denn Klimaschutzmanager Nils Bandelin hat seinen Vertrag zum 1. März vorzeitig gekündigt. „Aufgrund von internen Kommunikationsproblemen, die ich so nicht hinnehmen konnte, bin ich diesen Schritt gegangen“, erklärte Bandelin, als der Nordkurier ihn zu den Gründen für seine Entscheidung befragte. 

Der Dritte, der früher aufgegeben hat

Nach seiner Amtsvorgängerin Anna Harnack und der Toll-Projekt-Koordinatorin Dr. Judith Logall ist er nun schon der dritte Manager, der seinen befristeten Posten im Rathaus vorzeitig aufgegeben hat. Bis zum 31. August 2024 wäre die jetzige Stelle vom Bundesumweltministerium noch finanziell gefördert worden, wobei eine Verlängerung nicht gänzlich ausgeschlossen ist. 

Großer Wunsch: Bürgersprechstunde möge bleiben

Für den Klimaschutzmanager gibt es an seinem Entschluss aber nichts mehr zu rütteln. Er hat nur den Wunsch, dass die gerade erst neu eingeführte Bürgersprechstunde auch in Zukunft weiterhin einmal im Monat angeboten wird. „Aus meinen Gesprächen, die ich in den vergangenen Monaten führen durfte, weiß ich, dass der Beratungsbedarf bei den Menschen im Amtsbereich auf jeden Fall vorhanden ist“, sagt Bandelin. 

Hinweis für die Politiker

Der Stadtvertretung möchte er zum Abschied noch einen Hinweis mit auf den Weg geben, der die Gestaltungssatzung für den Stadtkern betrifft. Darin ist festgeschrieben, dass Solarenergieanlagen vorzugsweise auf den straßenabgewandten Dachseiten errichtet werden sollen. Hier müsste nach Auffassung des Klimaschutzmanagers ein Umdenken erfolgen, um eine optimale Wärmeversorgung aus dem mit Photovoltaik erzeugtem Strom für die Bürger gewährleisten zu können. 

Und wie geht es weiter?

Doch wie geht es für das Amt jetzt in Sachen Klimaschutz weiter? Immerhin stehen mit der Entwicklung des Grünen Gewerbegebietes und der geplanten Wasserstoff-Pipeline durch die Tollenseregion zwei nicht zu unterschätzende Mammutprojekte auf der Agenda.

Wie Bürgermeisterin Claudia Ellgoth auf Anfrage betonte, wird für die weitere Besetzung der Stelle zunächst eine hausinterne Lösung angestrebt. Eine Option, die von der Verwaltung auch schon für das Toll-Projekt angewendet wurde, bei dem seit Anfang des Jahres Juliane Krohn den Hut aufhat. „Wenn sich niemand finden sollte, wird es natürlich wieder eine öffentliche Ausschreibung geben“, so Ellgoth. Außerdem würde die Verwaltung mit dem Fördergeber in Kontakt stehen und sich darum bemühen, dass die Stelle auch über den August hinaus besetzt und anteilig finanziert werden könne.