StartseiteRegionalDemminKrankenhaus Demmin wird für die Zukunft fit gemacht

Sanierung und Umbau

Krankenhaus Demmin wird für die Zukunft fit gemacht

Demmin / Lesedauer: 3 min

Was geschieht derzeit auf der Baustelle am Kreiskrankenhaus Demmin? Der Nordkurier hat nachgefragt – und die neuen Räume schon einmal besichtigt.
Veröffentlicht:22.08.2022, 09:49

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Noch liegt der Anbau hinter Planen verborgen. Wo schon im kommenden Jahr Ärzte und Schwestern Patienten versorgen sollen, sind derzeit noch Bauhandwerker zugange. Die Arbeiten am neuen Gebäude des Kreiskrankenhauses Demmin auf dem Gelände des ehemaligen Wirtschaftshofes schreiten voran.

Von außen gut sichtbar sind bereits die gläsernen Übergänge auf jeder Etage, die den Neubau an das benachbarte Haus anbinden. Zusätzlich entstehen in diesem Bereich vier Einzelzimmer für Patienten, erläutert Geschäftsführer Kai Firneisen. Der Rundgang über die Baustelle beginnt allerdings im Sockelgeschoss. Dort entstehen Räume für Technik und Logistik.

Gestelle zeigen schon die Raumaufteilung an

Sechs neue Betten für die Intensivstation sowie ein Operationssaal mit allen erforderlichen Nebenräumen werden sich zukünftig im Erdgeschoss befinden. Die Trennwände werden gerade errichtet; doch stabile Gestelle an der Decke zeigen bereits an, wo später Ärzte und Pfleger tätig sein werden. „Bei der Ausstattung der Räume haben wir ihre Expertise mit einbezogen“, sagt Kai Firneisen. Dazu wurden Demonstrationsräume des Medizintechnikherstellers Draeger in Lübeck genutzt: „Wir haben dort mit Klebeband unsere Grundrisse markiert, und dann die Arbeit mit genau der Ausstattung, die wir verwenden wollen, ausprobiert. Das war für uns sehr wichtig, denn wir wollten Lösungen finden, die etliche Jahre funktionieren.“

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Auch die Geburtshilfe wird künftig auf dieser Etage untergebracht. Hell, freundlich und geräumig sind die drei neuen Entbindungsräume, die allen modernen Komfort bieten werden. Sogar an einen Extra-Parkplatz direkt vor dem Haus für ganz eilige Fälle haben die Planer gedacht. Gute Idee – denn ca. 400 Kinder kommen jedes Jahr in Demmin zur Welt. 15 Beleghebammen sind am Krankenhaus tätig.

Auf kurze Wege geachtet

Im ersten Obergeschoss untergebracht wurden Dienstzimmer für Ärzte. Sie sind über eine Treppe mit der Intensivstation und dem OP-Trakt im Erdgeschoss verbunden. So können die Mediziner Arbeiten am Schreibtisch erledigen, ohne die Hygienezone und somit die Kleidung zu wechseln. Auch Aufenthaltsräume für den Bereitschaftsdienst entstehen dort, erläutert Henry Kracht, Leiter der Klinikverwaltung: „Wir haben auf kurze Wege geachtet, damit im Notfall der Arzt schnell zur Verfügung steht.“

Im zweiten Obergeschoss entsteht eine neue Bettenstation mit 20 Betten und Funktionsräumen. „Es sind zeitgemäße Patientenzimmer mit einem oder zwei Betten, alle mit Bad“, so Kracht. „Technik ist zwar vorhanden, aber sie soll nicht im Vordergrund stehen. Die Zimmer sollen beruhigend und wohnlich wirken.“

Das dritte Obergeschoss wird zukünftig eine hochmoderne Infektionsstation mit 20 Betten beherbergen. Die Finanzierung wurde erst aufgrund von Corona möglich – mit Fördermitteln aus dem MV Schutzfonds 2.0, berichtet Kai Firneisen. Das wird die Bedingungen sowohl für die Ärzte und Pfleger als auch für die Patienten gewaltig verbessern: „Bisher haben wir uns mit Provisorien aus dem Baumarkt beholfen. Und die Zimmer befinden sich verteilt im ganzen Haus.“

Eine Schleuse vor jedem Krankenzimmer

Dass dies keine gute Lösung ist, leuchtet ein. So wird es auf der neuen Station vor jedem Krankenzimmer eine Schleuse sowie eine Durchreiche geben. Auch spezielle Technik wird dort installiert sein. „Infektionskrankheiten werden auch in Zukunft ein großes Problem bleiben“, betont Firneisen. „Deshalb ist eine solche Station auch nach Corona sinnvoll.“

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Insgesamt erhält das Kreiskrankenhaus Demmin für den vierten Bauabschnitt 35,6 Millionen Euro Fördermittel vom Land. Drei weitere Bauabschnitte stehen im Zuge der Restrukturierung noch an, sagt Geschäftsführer Firneisen. Sie betreffen die zentrale Notaufnahme, die Rheumatologie und die Endoskopie.