StartseiteRegionalDemminKreiskrankenhaus ringt mit Personalsorgen

Corona-Ausfälle

Kreiskrankenhaus ringt mit Personalsorgen

Demmin / Lesedauer: 3 min

Die Impfpflicht steht vor der Tür. Das Demminer Krankenhaus sieht dem jedoch gelassen entgegen. Dennoch kämpft die Klinik derzeit mit immenser Personalnot.
Veröffentlicht:13.03.2022, 20:27

Artikel teilen:

Am Dienstag fällt der Hammer in der Pflegebranche. Denn dann greift die Pflicht der Arbeitnehmer, die Immunität gegen das Coronavirus nachzuweisen – genesen oder geimpft ist dabei unerheblich.

Gleichzeitig wächst die Sorge wegen eines Pflegenotstands, wenn plötzlich eine große Zahl der Mitarbeiter nicht mehr ihrem Job nachgehen kann. Im Demminer Kreiskrankenhaus sind die Bedenken diesbezüglich indes verhältnismäßig gering – die Probleme aufgrund der Pandemie dennoch beträchtlich.

Ausfälle durch Quarantäne

„Was uns besorgt, ist, dass wir derzeit wahnsinnig viele Personalausfälle haben“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Beispielsweise würden Quarantäneanordnungen oder Ausfälle aufgrund von Kinderbetreuung die Klinik momentan hart treffen.

Lesen Sie auch: Demminer Klinik beommt Finanzspritze vom Landrat

Dass sich diese Situation mit der bevorstehenden Immunitätsnachweis-Pflicht weiter drastisch verschärft, sieht Firneisen jedoch nicht. Dafür wären die Zahlen der Betroffenen zu gering. „Für das Krankenhaus sind es etwas mehr als eine Hand voll“, sagt er.

Informationsoffensive trägt Früchte

Ein Punkt, dem auch Bemühungen innerhalb des Hauses vorausgegangen sind. „Wir haben seit Januar eine Informationsoffensive gefahren“, sagt er. Dadurch seien noch einige Mitarbeiter von Notwendigkeit und Nutzen einer Impfung überzeugt worden. Der neue Impfstoff Novavax – auf dem vorübergehend die regierungsseitige Hoffnung lag, Impflücken zu schließen – habe dabei allerdings eine untergeordnete Rolle gespielt. Darüber hinaus hat ein weiterer Faktor die vergleichsweise hohe Immunitätsrate im Krankenhaus beeinflusst. „Einige, die nicht geimpft waren, sind erkrankt und jetzt genesen“, so Firneisen.

Nichtsdestotrotz stehen ab Dienstag neue Regelungen ins Haus. „Wir werden unserer Reportpflicht auch nachkommen“, sagt er. Alles weitere würde dann in den Händen des Gesundheitsamts liegen. Tatsächlich deutet jedoch alles darauf hin, dass ein, von Seiten der Corona-Kritiker oftmals postuliertes Berufsverbot, auch bei fehlender Impfung vorerst kein ernsthaftes Bedrohungsszenario darstellt. „Kein ungeimpfter Beschäftigter in einer Pflegeeinrichtung oder Arztpraxis erhält ein sofortiges Beschäftigungsverbot“, stellte Landesgesundheitsministerin Stefanie Drese klar.

Regelbetrieb nicht in Gefahr

Stattdessen würde bei fehlendem, unvollständigem oder ungültigem Nachweis ein landeseinheitliches Verwaltungsverfahren anlaufen. Über die eigens eingerichtete Meldeplattform www.IMPF-MV.de bekommt das Gesundheitsamt die entsprechende Benachrichtigung. „Nach dieser Meldung wird es zunächst ein Aufforderungsschreiben an den Beschäftigten durch die Gesundheitsämter mit einer Fristsetzung zur Antwort geben“, hieß es vom Land.

Es folgen eine Prüfung dessen und gegebenenfalls ein Anhörungsverfahren. Abschließend steht eine einzelfallabhängige Entscheidung an. Ein Prozess, der laut Landesregierung einige Wochen in Anspruch nehmen wird. „Jede und jeder Beschäftigte hat also auch in der Zeit des Verwaltungsverfahrens noch die Möglichkeit, sich impfen zu lassen“, verdeutlichte die Ministerin. Konsequenzen gebe es demnach keine, wenn die Impfserie in der Zwischenzeit begonnen würde.

Fest steht dennoch: Es wird eng im Kreiskrankenhaus, sollte die Personaldecke weiterhin so ausgedünnt sein. „Wir brauchen jeden Mitarbeiter“, sagt Firneisen. Der Regelbetrieb sei aber dennoch nicht in akuter Gefahr – wenn auch momentan eingeschränkt. Dringende Operation wie Tumore, Kaiserschnitte oder Brüchen werden weiterhin durchgeführt. Planbare Eingriffe jedoch nach Möglichkeit verschoben.