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Gesundheit

Demminer Kreiskrankenhaus sieht wegen finanzieller Not rot

Demmin / Lesedauer: 2 min

Rote Zahlen gefährden die Krankenversorgung, Hilfsgelder vom Bund lassen auf sich warten. Das Kreiskrankenhaus Demmin beteiligt sich deshalb nun an einer Protestaktion. 
Veröffentlicht:19.06.2023, 06:21

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In roten Scheinwerferlicht wird sich die Vorderfront des Kreiskrankenhauses Demmin in der Nacht von Montag, 19. Juni, auf Dienstag, 20. Juni, zeigen. Die Klinik will damit sichtbar machen, wie derzeit ihre wirtschaftliche Lage aussieht.

Vergütung für Krankenhäuser zu niedrig

Die Energiekosten sind im vergangenen Jahr enorm gestiegen und infolge der Inflation müssen auch die Krankenhäuser höhere Preise für Waren und Dienstleistungen stemmen. Natürlich fordern in dieser Situation auch die Mitarbeiter höhere Löhne und Gehälter ein. Doch die Vergütung, die die Kliniken für ihre Leistungen erhalten, wurde bislang nicht ausreichend angepasst.

Somit rücken trotz allem Engagement der Beschäftigten schwarze Zahlen in weite Ferne. Allein durch die inflationsbedingten Kostensteigerungen erwarten die Krankenhäuser in Deutschland bis Ende des Jahres 2023 ein Defizit von zehn Milliarden Euro.

Aus diesem Grunde hat nun die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Daran beteiligt sich auch das Kreiskrankenhaus Demmin und auch die Ameos–Klinika in Anklam und Ueckermünde.

Versprochene Hilfsleistungen fehlen

Auf einer zentralen Kundgebung in Berlin werden die Kliniken noch einmal ihre Forderung an die Politik unterstreichen, nachhaltige und verlässliche Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung zu schaffen. „Die Krankenhausreform bleibt eine Blackbox, die zu einer großen Verunsicherung führt“, sagt Kai Firneisen, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Demmin. „Zugleich lassen die versprochenen Hilfsleistungen trotz der teils explodierenden Kosten auf sich warten.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte bereits im April angekündigt, dass die Kliniken „sehr kurzfristig“ mit einer Entlastung von zusätzlichen 2,5 Milliarden Euro rechnen können. „Mit dieser Maßnahme könnte ein kleiner Teil der inflationsbedingten Kostensteigerungen für Krankenhäuser kompensiert werden“, betont Firneisen, „aber wir warten vergeblich darauf, dass das Geld auch bei uns ankommt.“Im Vergütungssystem der Krankenhäuser sei aber ein direkter Inflationsausgleich nicht vorgesehen, und auch Tarifentwicklungen würden durch die Krankenhausbudgets nur unzureichend ausgeglichen.

Sorge vor drohender Insolvenz

„Das läuft auf eine eiskalte Strukturanpassung durch die Hintertür hinaus, weil die Krankenhäuser dadurch zunehmend in die Insolvenz getrieben werden“, so Firneisen. „Für unsere Region und eine hochwertige Versorgungssicherheit für alle Patienten ist der Erhalt der schon nach der Wende stark reduzierten Krankenhausinfrastruktur jedoch von enormer Bedeutung. Wir fordern deshalb, dass Krankenhäuser die inflationsbedingten Kostensteigerungen auch 1:1 mit einem Zuschlag in Echtzeit ausgeglichen bekommen.“