StartseiteRegionalDemminHier lernen die Schüler wieder Russisch

Schule

Hier lernen die Schüler wieder Russisch

Demmin / Lesedauer: 2 min

Eine bestimmte Sprache erlebt am Goethe-Gymnasium Demmin derzeit eine neue Konjunktur. Das hat auch mit dem Krieg in der Ukraine zu tun.
Veröffentlicht:03.12.2023, 05:32

Artikel teilen:

Die Fremdsprache Nummer Eins wie zu DDR-Zeiten stellt das Russische auch am Demminer Goethe-Gymnasium schon lange nicht mehr dar, das ist wie meist üblich Englisch. Trotzdem hat sich entgegen dem Trend in anderen Schulen die Unterrichtung in dieser slawischen Sprache seit 1990 durchgängig und lückenlos erhalten – wenn auch größtenteils mit deutlich weniger Resonanz bei den Jungen und Mädchen als etwa Französisch.

Allerdings gibt es aktuell durchaus einen Ausreißer in der Statistik. „Wir haben in der 10. Klasse 27 deutsche Schüler, die Russisch als zweite Fremdsprache belegen“, berichtete Fachlehrer Andreas Trunk beim jüngsten Tag der offenen Tür.

Lehrer auch als Dolmetscher gefragt

Eine sehr auffällige Ausnahme, denn ansonsten sei es mitunter schwierig, an die zehn Interessenten zusammenzubekommen. Wohl unter anderem darin begründet, dass der Nachwuchs dafür ein völlig neues Alphabet und eine mitunter deutlich vom Deutschen abweichende Grammatik pauken muss.

Doch auch unabhängig vom beschriebenen Zwischenhoch spielen Andreas Trunk und seine des Kyrillischen mächtigen Kollegen derzeit eine wichtigere Rolle als sonst. Schließlich besuchen mittlerweile so einige der jungen Leute, deren Familien in Folge des Krieges in der Ukraine in die Bundesrepublik flüchteten und in der Region am Peenetal Aufnahme fanden, die weiterführende Bildungseinrichtung in der Hansestadt. Und das Ukrainische ist dem Russischen von den Buchstaben und vielen Wörtern her sehr ähnlich, ein nicht unwesentlicher Teil der Einwohner gerade aus den östlichen Landesteilen spricht zudem sogar ausschließlich Russisch. Sodass die darin bewanderten hiesigen Lehrer als Dolmetscher fungieren können.

Schüler aus der Ukraine stellen ihr Land vor

Gleichwohl nehmen die aktuell 17 Schüler aus diesem Staat am normalen Unterricht für die einheimischen Gymnasiasten teil, zu denen auch zahlreiche aus der Region Jarmen/Loitz und damit dem Nachbarlandkreis Vorpommern-Greifswald gehören. Die Geflüchteten meistern das Ganze trotz der Sprachbarriere sehr ansehnlich, wie Andreas Trunk schilderte: „Wir sind sehr optimistisch, dass viele unserer Schüler aus der Ukraine die Versetzung schaffen werden.“

Russischlehrer Andres Trunk (rechts) war sichtlich stolz, was seine ukrainischen Schüler Katja und Daniel den Gästen beim Tag der offenen Tür am Goethe-Gymnasium schon alles auf Deutsch erzählen konnten
Russischlehrer Andres Trunk (rechts) war sichtlich stolz, was seine ukrainischen Schüler Katja und Daniel den Gästen beim Tag der offenen Tür am Goethe-Gymnasium schon alles auf Deutsch erzählen konnten (Foto: Stefan Hoeft)

Drei von ihnen, nämlich Dascha, Katja und Daniel, zeigten den Besuchern beim Tag der offenen Tür, was sie im zurückliegenden Jahr bereits alles in Deutsch gelernt haben. Das Trio präsentierte den Zuschauern eine Kurzvorstellung ihres Heimatlandes – samt Volksbräuchen und kulinarischen Besonderheiten.