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Museum zeigt seine Schätze erst einmal im Rathaussaal

Demmin / Lesedauer: 4 min

Fast hundert Demminer kamen zur Eröffnung einer Ausstellung, die an die großen Traditionen des Museums der Hansestadt erinnert. Der Heimatverein betreut die Sammlungen.
Veröffentlicht:06.08.2023, 12:30

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„Das Demminer Museum ist geschlossen, doch es ist nicht vergessen.“ Mit diesen Worten begrüßte David Krüger vom Heimatverein das Publikum zur Eröffnung der ersten Präsentation, die das Museum nach seiner Schließung gestaltet.

Die Ausstellung im Rathaussaal erinnert an „Hundert Jahre Demminer Museum“. Dicht gedrängt warteten knapp hundert interessierte Gäste darauf, dass die Kordeln fielen, und die Vitrinen zugänglich werden. Doch zuvor erinnerte Krüger erst einmal daran, dass das Museum einst durch den Verein für Heimatpflege ins Leben gerufen worden war, welcher die museale Arbeit ehrenamtlich und mit voller Leidenschaft ausübte.

Kompletter Bestand übernommen

An diese Vergangenheit knüpft der Demminer Heimatverein nun an, sagte sein stellvertretender Vorsitzender: „Die Mitglieder unserer Archivsparte sind seit Anfang 2023 für die Bestandsbetreuung der musealen Sammlung zuständig.“ Denn im vergangenen Jahr ist es der Hansestadt Demmin gelungen, den kompletten Bestand vom Landkreis für einen symbolischen Preis zu übernehmen.

Dicht gedrängt warten die Demminer auf die Eröffnung der Ausstellung.
Dicht gedrängt warten die Demminer auf die Eröffnung der Ausstellung. (Foto: Ralf Scheunemann)

Wie Krüger erläuterte, wurde eine Museumsausstellung erstmalig 1922 im Rahmen der Demminer Herbstwoche gezeigt. Um an dieses Jubiläum zu erinnern, sei der Rathaussaal der Hansestadt daher der perfekte Ort. Denn dieser sei der Ausgangsort für das neue Kapitel der Demminer Museumsgeschichte, das nun geschrieben werden könne.

Museumsbesuch erstmals seite 2015

Erstmals seit 2015 sei es nun wieder möglich, eine Ausstellung des Museums zu besuchen, freute sich Bürgermeister Thomas Witkowski. Mit der Geschichte des Museums und mit den Archivbeständen hat er sich bis ins Detail beschäftigt. Sein Fazit: „Je tiefer man einsteigt, desto faszinierender ist diese museale Welt. Da gibt es tausende Geschichten, die erzählt werden könnten.“ Witkowski dankte der Sparte Archiv des Heimatvereins, die mit viel Leidenschaft und großem Engagement das Museum jetzt zumindest kurzzeitig wieder erlebbar werden lässt.

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Mit der Ausstellung gibt der Heimatverein sowohl einen Überblick über die Geschichte des Museums als auch Einblick in den Fundus. Dazu versuchte das kleine, aber sehr engagierte Team um Krüger einige Vitrinen aus der ständigen Ausstellung des Museums anhand von Fotografien zu rekonstruieren. Gezeigt werden außerdem Lieblingsstücke, wie das Hochrad.

„Lassen Sie uns nun anstoßen auf die erste Ausstellungseröffnung des Demminer Museums in Rathaussaal“, meinte der Bürgermeister. Es solle aber nicht nur bei dieser Ausstellung bleiben. Doch es sei noch ein langer Weg, bis die Demminer das Museum wieder an jedem Tag erleben könnten. An diesem Tag jedenfalls sei er erst einmal „stolz und sehr froh“.

Erinnerungen der Demminer Einwohner

„Der heutige Tag erfüllt mich mit großer Freude“, meinte Roland Thoms. „Ich bin als 18–jähriger aus Demmin weggegangen, doch ich war immer begeistert vom Demminer Museum. Und die Erinnerung an die Museumsschätze, die in einem edlen Gebäude präsentiert wurden, hat mich mit tiefem Stolz erfüllt. Ich habe viele Museen besucht und immer gedacht, die könnt ihr verstecken! Nach der Wende war ich sehr enttäuscht, dass es mit dem Museum in meiner Heimat so bergab ging.“

Auch historisches Spielzeug wird gezeigt.
Auch historisches Spielzeug wird gezeigt. (Foto: Ralf Scheunemann)

Befragt nach ihren Favoriten, muss Apothekerin Claudia Semlow nicht lange überlegen: „Die Apothekenvitrine hat mir natürlich besonders gut gefallen , vor allem die Ausstellung einzelner Drogen, welche noch in sehr gutem Zustand waren. Außergewöhnlich interessant waren für mich zudem die alten Zeitschriften. Darin würde ich gerne stöbern, vor allem im Demminer Wochenblatt von 1853.“

Bürgermeister Thomas Witkowski hofft nun, dass die Ausstellung „Hundert Jahre Demminer Museum“ viele Interessierte anlockt. Sie ist im Rathaus noch bis zum 19. August zu sehen. Wie das Rathaus, ist auch die Ausstellung sonntags und montags für Besucher geschlossen. Geöffnet ist zu den Geschäftszeiten der Stadtverwaltung sowie zusätzlich sonnabends von 9 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.