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Astronomiestation

Neues mobiles Planetarium bringt den Sternenhimmel aufs Land

Demmin / Lesedauer: 3 min

Mit einer neuen Kuppel wird Michael Danielides zukünftig quer durch die Region reisen. Der Astrophysiker will damit auch in Turnhallen und auf Dorffesten Station machen. 
Veröffentlicht:28.07.2023, 05:39

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Das Planetarium der Hansestadt ist gern mobil unterwegs. Dr. Michael Danielides, der Leiter der Demminer Astronomiestation, hat sich eine weitere transportable Planetariumskuppel zugelegt. Damit will der Astrophysiker zukünftig den Sternenhimmel aufs Land bringen und seine Begeisterung für die Naturwissenschaften an das Publikum vermitteln.

Neue Kuppel bietet mehr Platz

Bislang war das „Edudome“ — Edu steht für „education“, also Bildung, und dome bedeutet Kuppel — nur in einer aufblasbaren Version und ausschließlich in Innenräumen mobil, erläutert Danielides. „Darin war es im Sommer aber sehr warm, und die Kuppel war aufgrund der Luftschleuse auch nicht wirklich barrierefrei.“

Michael Danielides in der Astronomiestation. 
Michael Danielides in der Astronomiestation.  (Foto: Kai Horstmann)

Das neue mobile Planetarium ist nicht nur halbwegs wind– und wetterfest, sondern mit einem Durchmesser von sechs Metern auch etwas größer, berichtet der Astrophysiker. „Es passen also ein paar mehr Leute rein.“ Und die Konstruktion lässt sich relativ schnell und unkompliziert aufbauen. „Damit sind wir jetzt in der Lage, unsere Planetariumsprogramme auch in Turnhallen, auf Dorffesten und bei Firmenfeiern sowie zu ländlichen Festivitäten vorzustellen“, freut sich Danielides. „Das ist uns wichtig; wir wollen mit unseren Angeboten die Menschen im ländlichen Bereich erreichen.“

Förderanträge zu langwierig?

2023 ist das Aktionsjahr zum Schutz der Nacht, unterstreicht der Wissenschaftler. „Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, dass wir Tag und Nacht haben. Denn nicht nur für die Nachttiere, auch für unsere Lebensqualität ist es durchaus sinnvoll, die Nacht nicht zum Tage zu machen.“ Die Landbevölkerung versteht das eher als Stadtmenschen, meint Danielides. Denn viele Menschen, die auf dem Dorf wohnen, wissen das natürliche Umfeld zu schätzen.

Er habe „lange überlegt, ob ich Fördergeld beantrage“, sagt der Astrophysiker. „Doch die Förderlandschaft ist längst nicht so toll, wie die Regierung verspricht.“ Und die Gefahr sei groß, „dass man am Ende die Gelder zurückzahlen muss, weil die Realität nicht mehr mit dem Antrag übereinstimmt.“ Obendrein schreckte ihn die Bearbeitungszeit, wie er berichtet.

Denn das weltweit erste Projektionsplanetarium wurde am 21. Oktober 1923 im Deutschen Museum München der Öffentlichkeit vorgestellt. Um das 100–jährige Jubiläum gebührend würdigen zu können, hat Danielides die mobile Kuppel jetzt aus eigenen Mitteln erworben. Geliefert wird sie im September.

In den Ferien Aktion in Mirow

„Ich freue mich schon darauf, damit in der Region unterwegs zu sein, auf Feste zu fahren, und Groß und Klein die Schönheit der Nacht zu vermitteln“, sagt der Astrophysiker. Nähere Informationen zu dem Projekt gibt es auch im Internet (edudome.de).

Im Demminer Astronomieturm ist während der Ferienzeit kein Betrieb. Danielides hat auf dem Biber Ferienhof an der Diemitzer Schleuse bei Mirow sein ganz großes mobiles Planetarium stationiert. Um es aufzubauen, brauchen zwei Handwerker mehr als einen Tag — das verursacht enorme Kosten, und für die Region ist das zu viel Aufwand, meint er. Aber diese Kuppel eignet sich wunderbar, um im Feriendomizil der Astrostation jeweils am Montag den Himmel zu zeigen — im Biberplanetarium.