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Nordkirche verlegt Propstei-Sitz von Demmin nach Greifswald

Greifswald / Lesedauer: 4 min

Die Synode des Pommersches Evangelischen Kirche hat in Greifswald getagt. Und beschlossen, den Demminer Propst-Dienstsitz aus dem ländlichen Raum zu verlegen.
Veröffentlicht:01.05.2022, 16:56

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Am Samstag fand die 9. Tagung der II. Synode des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) in Greifswald statt. Die Synode fand zum Thema „Schwerpunktsetzung der kirchlichen Arbeit im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis in der Nordkirche“ statt. In Arbeitsgruppen zu sieben Themenkomplexen tauschten sich die Synodalen dazu aus, teilte der PEK mit.

„Beten für den Frieden”

Von den 66 Synodalen des Kirchenkreises nahmen 54 an der Tagung teil, so Presseprecher Sebastian Kühl. Das Gremium war damit beschlussfähig. Geleitet wurde die Synode von Präses Elke König und den beiden Vizepräses Klemens Grube und Pastor Matthias Gienke. „Wir beten für den Frieden“, sagte Elke König zu Beginn der Tagung mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. „Die Kräfte, die dem Frieden nachjagen, werden die Oberhand gewinnen. Etwas anderes darf nach Gottes Willen nicht sein“, so die Präses.

Die Synodalen beschlossen mit 28 Ja-Stimmen gegen 17 Nein-Stimmen und bei sieben Enthaltungen, den pröpstlichen Dienstsitz der Propstei Demmin nach Greifswald zu verlegen. Die Propstei wird jedoch weiterhin „Propstei Demmin“ heißen. Zudem verbleibt die pröpstliche Predigtstätte weiterhin in Sankt Bartholomaei Demmin.

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Dienstsitz aus dem ländlichen Raum verlegt

Grundlage für den Beschlussvorschlag war laut PEK eine gründliche Evaluierung des Demminer Propstsitzes, die ergeben hatte, dass mehrere Gründe für die Verlegung sprachen. Der Demminer Propst ist Bindeglied der Verwaltung in Greifswald, daher gibt es dort ein zweites Propst-Büro. Zudem sind der Demminer Propst Vorsitzender des Kirchenkreisrats und die Demminer Propsteisekretärin auch Sekretärin des Kirchenkreisrats, der seinen Sitz in Greifswald hat.

„Darüber hinaus ist die Lage Greifswalds innerhalb der Demminer Propstei in vielerlei Hinsicht günstiger“, bergründete der Demminer Propst Gerd Panknin den Vorschlag. Zeitlich, ökonomisch und ökologisch sei die Beibehaltung dieser Doppelstruktur daher nicht sinnvoll, so Gerd Panknin. Mit der Beibehaltung der Bezeichnung Demmin sowie der Predigtstätte in Demmin werde bei verantwortungsvollem Umgang mit den Ressourcen ein klares Zeichen für die gewachsenen Strukturen, für die Region und für die Präsenz in der Fläche gesetzt.

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Aufforderung zum Handeln

Pastorin Tabea Bartels führte als Vertreterin des die Synode vorbereitenden Ausschusses in das Thema der Tagung und in den Austausch der Arbeitsgruppen ein. Kirche sei zu viel mit sich selbst beschäftigt, lautete die Analyse der Pastorin. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen, des Personalmangels und teils schmerzhafter Zentralisierungsprozesse, die zu Selbstbeschäftigung führten und die Gemeinden viel Kraft kosten, könne die pommersche Kirche nicht so bleiben wie bisher, meint die Pastorin – und fordert zum Handeln auf.

„Eine übergroße Mehrheit der Menschen nimmt Kirche und unsere Botschaft nicht als relevant wahr.“ Trotz aller Herausforderungen gebe es aber auch viele Erfolgsgeschichten, die häufig durch unkonventionelle Projekte angestoßen worden seien. Als Beispiel nannte die Pastorin die Konfirmandenarbeit in großen, zusammengefassten Gruppen mit dem Schullandheim Sassen als Zentrum der Arbeit. „Wir brauchen Geduld und eine Kultur des Ausprobierens und möchten mit dieser Synode einen Impuls geben, wohin wir wollen und was in Zukunft unsere Schwerpunkte sein sollen.“

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In den sieben Arbeitsgruppen wurden in ergiebigen und zielorientierten Gesprächen zahlreiche Impulse, Empfehlungen und Handlungsschritte formuliert, die als Basis für die Weiterarbeit dienen. Unter anderem schlugen die Arbeitsgruppen vor, im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zusätzliche Anstellungsverhältnisse zu schaffen und neue kombinierte Ausbildungsgänge anzustreben.

Nächster Synodentermin im November

Außerdem beschloss die Synode, ein Kuratorium für das Schullandheim Sassen ins Leben zu rufen. Weitere Tagungsordnungspunkte waren unter anderem ein Antrag der Kirchengemeinde Mönchgut-Sellin, die Bestätigung der pröpstlichen Vertretungsperson für die Propstei Pasewalk und eine nichtöffentliche Fragestunde. Zudem teilte Propst Gerd Panknin der Synode mit, dass er aus familiären und gesundheitlichen Gründen seinen Ruhestand bereits zum 1. Juni 2024 statt erst im Jahr 2026 antreten wird.

Die nächste Synode findet am 12. November statt, so PEK-Pressesprecher Kühl.

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