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Windtourismus im Amt? Vorschlag sorgt für Wirbel

Altentreptow / Lesedauer: 2 min

Wenn es nach der Verwaltung geht, könnten Windräder im Amtsbereich ein touristisches Alleinstellungsmerkmal für die Region sein. Das stößt bei den Bürgern auf ein geteiltes Echo. 
Veröffentlicht:13.02.2024, 05:55

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Neben seiner einzigartigen Naturlandschaft kann das Tollensetal bei Gästen und Einheimischen auch mit besonderen Veranstaltungsformaten sowie einer ganzen Palette an Sehenswürdigkeiten punkten. An die unzähligen Windräder würde aber wahrscheinlich kaum jemand denken, wenn es darum geht, neue Alleinstellungsmerkmale für die Region zu definieren. Immerhin sind nicht gerade wenige Menschen von der Geräuschkulisse, dem Schlagschatten und nächtlichem Dauergeblinke regelrecht genervt. 

Hört sich zunächst befremdlich an

Doch in dem neu zu erarbeitenden Tourismuskonzept für die Tollense-Region könnten genau diese Anlagen künftig eine Rolle spielen, zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Verwaltung geht. 

Den passenden Begriff dazu hatte Britta Freese aus der Stabsstelle beim jüngsten Amtsausschusssitzung zur Diskussion gestellt: „Windtourismus“. Was sich zunächst eher befremdlich anhört, gibt es in einigen Regionen Deutschlands tatsächlich schon seit Jahren.

So können Besucher im niedersächsischen Westerholt über eine Wendeltreppe im Inneren des Windradturms zur 65 Meter hohen Aussichtsplattform gelangen und von dort aus den Ausblick auf die ostfriesische Landschaft genießen. In Gotha in Thüringen bietet der Windradhersteller Enercon sogar regelmäßig Führungen durch ausgewählte begehbare Anlagen an. 

Stadtvertreter Roman Krepelin, der ebenfalls Mitglied im Amtsausschuss ist, stand dieser Anregung aus der Verwaltung aufgeschlossen gegenüber. Wie der Nordkurier berichtete, vertrat er die Ansicht, dass die Investoren neuer Anlagen gezielt auf diese bestehende Nutzungsmöglichkeit aufmerksam gemacht werden müssten. „Wenn wir schon so viele Anlagen vor der Haustür zu stehen haben, sollten wir sie als ein mögliches Alleinstellungsmerkmal auch im Tourismuskonzept mit berücksichtigen“, betonte Krepelin. 

Noch mehr Anlagen?

Eine Argumentation, die bei einigen Einwohnern aus dem Amtsbereich nicht gerade auf ein positives Echo gestoßen ist, wie so manchen Leserzuschriften und Kommentare in den sozialen Netzwerken zu entnehmen ist. Die Belebung des „Windtourismus“  würde ihrer Auffassung nach nur dazu führen, dass im Umkehrschluss noch mehr Anlagen gebaut werden, so der allgemeine Tenor.  

Doch Roman Krepelin bleibt bei seinem Standpunkt. „Wir können die Windenergie-Welle, die in den nächsten Jahren auf uns zurollt, doch sowieso nicht mehr aufhalten.“ Das werde schon allein aus den Unterlagen zu den Vorranggebieten deutlich, die der Regionale Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte zuletzt vorgelegt hat. Die vorgesehenen 100 neuen Anlagen seien erst der Anfang.

Mutige Ideen und Vorschläge

„Wir können uns entweder krampfhaft dagegen wehren oder für die Stadt und die davon betroffenen Gemeinden einen Nutzen daraus ziehen. Und das sowohl auf touristischer Ebene als auch über ein finanzielles Beteiligungsmodell, an dem die Altentreptower Stadtvertretung und einige Gemeindevertretungen bereits gemeinsam mit der Verwaltung arbeiten“, so Krepelin. 

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Windräder als "Ausflugsziel" am Ende wirklich im geplanten Konzept wiederfinden. Fakt ist, dass es definitiv auch mal mutige Ideen und Vorschläge braucht, um die Tollense-Region für Touristen besser sichtbar zu machen.