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Rassismus

Angriff auf Familie in Greifswald – Bürgermeister ruft zu Kundgebung auf

Greifswald / Lesedauer: 1 min

In Greifswald ist eine migrantische Familie in ihrer Wohnung überfallen worden. Die Tat geschah schon im November, die Polizei veröffentlichte den Fall jedoch erst jetzt.
Veröffentlicht:09.01.2024, 17:28

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In Greifswald ist eine Familie überfallen und bedroht worden. Wie die Polizeiinspektion Anklam bestätigte, waren zwei Angreifer in der Innenstadt in ein Mehrfamilienhaus und anschließend gewaltsam über die Glasscheibe an der Tür in die Wohnung der Familie mit Migrationshintergrund eingedrungen. Zwei Familienmitglieder seien dabei verletzt worden. Die beiden Tatverdächtigen wurden von der Polizei gefasst.

Staatsschutz ermittelt

Das Ganze passierte bereits im November, die Polizei veröffentlichte den Fall jedoch noch nicht, "weil es damals noch überhaupt keine Motivlage gab und die Ermittlungen am Anfang standen“, begründete eine Polizeisprecherin auf Nordkurier-Nachfrage.

Im Dezember hätten die Ermittlungen dann ergeben, dass ein fremdenfeindliches Motiv für die Tat möglich sei. Das hätten Zeugenaussagen ergeben. Der Staatsschutz ermittelt nun weiter.

Demo gegen Rassismus auf dem Marktplatz

Die wohl fremdenfeindlichen Tat hat Protest in der Stadt geweckt: Am Samstag findet dazu um 14.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Greifswalder Marktplatz statt. Unter dem Motto „Gesicht zeigen - gegen Rassismus“ rief die Universität Greifswald dazu auf; die Stadt unterstützt die Aktion. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (B'90/Grüne) und die Integrationsbeauftragte Anna Gatzke hatten die Familie nach dem Vorfall besucht und ihre Anteilnahme bekundet. Die Kundgebung am Samstag sei der Auftakt für eine größere Kampagne Stadt Greifswald.

„Leider müssen wir auch in unserer Stadt Alltagsrassismus und rassistische Vorfälle registrieren. Zutiefst erschüttert bin ich von dem sich erst jüngst ereigneten Übergriff auf eine deutsch-syrische Familie mit zwei kleinen Kindern in der Innenstadt in ihrer eigenen Wohnung“, sagte der Oberbürgermeister in einer Mitteilung. Die Gewalt von rassistischen Angriffen und Vorfällen, die in letzter Zeit immer wieder in Greifswald registriert wurden, verurteile er zutiefst. Laut Fassbinder häufen sich in der Hansestadt auch nach Berichten der Universität rassistische Angriffe auf ausländische Wissenschaftler, Studenten und Mitarbeitern in der Stadt.