StartseiteRegionalMecklenburg-Vorpommern„Feuerwehrkrebs“ frisst sich weiter durch MV

Was tut die Regierung?

„Feuerwehrkrebs“ frisst sich weiter durch MV

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Vollmundig hatte das Land MV verkündet, eine Studie über die große Anzahl der Krebstoten unter Feuerwehrleuten in Auftrag zu geben. Doch was ist bisher tatsächlich geschehen?
Veröffentlicht:27.03.2020, 05:53

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Die Zahlen lassen erschrecken: Allein bei der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg sind in den vergangenen 15 Jahren gleich zwölf Kameraden am sogenannten „Feuerwehrkrebs“ erkrankt. Sprich: an bösartigen Erkrankungen von Lunge, Lymphdrüsen, Hoden oder Prostata.

Neun der Kameraden sind mittlerweile daran gestorben – ein im Vergleich zu anderen Berufsgruppen überdurchschnittlicher Wert, der damit zu tun haben könnte, dass Feuerwehrleute immer wieder mit Rauchgasen und den darin freigesetzten krebserregenden Substanzen in Berührung kommen. Alarmiert durch die Zahlen versprach das Land im September vergangenen Jahres, eine Studie in Auftrag zu geben, die das Krebsrisiko bei Berufsfeuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern untersuchen soll.

Mehr lesen: Das Leben nach dem Feuerwehr-Krebs.

Erwartungen der Kameraden enttäuscht

Das Gesundheitsministerium hatte seinerzeit angekündigt, 40.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Doch noch immer ruht der Regierungs-See. Peter Ritter, parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion, ist deshalb mächtig angefressen: „Als ich im Dezember nachgefragt habe, informierte die Landesregierung, dass eine Studienkonzeption erarbeitet werde“, erinnert sich Ritter.

Und heute? „Anfang März dieses Jahres habe ich erneut nachgefragt und erfahre jetzt, dass das Vergabeverfahren eingeleitet wird. Unbeantwortet bleibt weiterhin die Frage, ob auch die Freiwilligen Feuerwehren in die Studie einbezogen werden“, berichtet Ritter. Der Oppositionspolitiker weiter: „Die Große Koalition muss sich fragen lassen, warum sie bei der Erstellung und letztlich Auswertung der Studie ein derart zögerliches Vorgehen an den Tag legt. Das ist auch vor dem Hintergrund bedauerlich, dass viele Kameraden mit der Ankündigung der Studie große Erwartungen verknüpft haben.“