StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernBartsch stimmt Linke auf Wahlkampf ein – Keile für CDU

MV-Spitzenkandidat

Bartsch stimmt Linke auf Wahlkampf ein – Keile für CDU

Demmin / Lesedauer: 2 min

Keine Experimente: Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern hat Dietmar Bartsch wieder zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ernannt. Der schoss scharf gegen die CDU.
Veröffentlicht:13.03.2021, 12:05

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Als dritte Partei in Mecklenburg-Vorpommern nominiert die Linke ihre Spitzenkandidaten und nimmt so Kurs auf die Bundes- und Landtagswahlen am 26. September. Der zweitägige Landesparteitag hat am Samstag in Demmin begonnen. Dort ist zuerst Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, erneut als Spitzenkandidat für den Bundestag gewählt worden.

Von 107 anwesenden Stimmberechtigten erhielt Bartsch 100 Stimmen. Wenig überraschend, dennoch brandete lauter Applaus auf. Zuvor hatte der Stralsunder an die Partei-Ziele der sozialen Sicherheit in Deutschland erinnert – und scharf gegen die CDU und deren aktuelle Korruptionsskandale geschossen: Der „1. FC Eigene Tasche”, das sei die Union im Bundestag. Was Innenminister Torsten Renz sagte, als er kürzlich trotz Corona-Regelungen bei einem Privateinkauf in Rostock erwischt wurde, sei ein Ausweis der Partei gewesen und inakzeptabel.

Auf seine eigenen Einkäufe angesprochen, antwortete Renz am Montag einem NDR-Reporter: „Ich glaube, das gehört ein bisschen mit zu der Verantwortung, die ich trage, mich dann hier in den Läden umzusehen. Insofern kann man mir das negativ auslegen. Ich glaube, das gehört zu meiner Aufgabe und bin da mit mir im Reinen.”

Zwei Bundestags-Abgeordnete traten nicht mehr an

Die vollkommene Bankrott-Erklärung sei die MV-Spitzenkandidatur von Philipp Amthor für die Bundestagswahl, der für seinen Lobbyismus 2020 in Verruf geraten ist. „Denen fehlt der moralische Kompass", so Bartsch. Er kritisierte anschließend die Zusammenarbeit der SPD und Grünen mit den Christdemokraten.

Für die Landesliste zur Bundestagswahl hatten sich acht Bewerber gemeldet, darunter Ina Latendorf aus Ludwigslust-Parchim auf dem zweiten und Amina Kanew aus der Mecklenburgischen Seenplatte auf dem dritten Platz. Latendorf erhielt 91 Stimmen, Kanew erhielt ebenfalls eine Mehrheit. Aktuell stellt die Nordost-Linke drei Abgeordnete in Berlin. Heidrun Bluhm-Förster aus Schwerin und Kerstin Kassner von der Insel Rügen wurden mit Blumen und Applaus verabschiedet. Sie sind nicht mehr zur Wahl angetreten.

Simone Oldenburg bewirbt sich für Platz 1 auf der Landtags-Liste

Um aussichtsreiche Plätze auf der Landtags-Liste bewerben sich 30 Kandidaten, allen voran Simone Oldenburg, Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag. Die Wahlen erfolgen im Laufe des Samstags und Sonntags.

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie war der Parteitag mehrfach verschoben worden, zuletzt im November 2020. Er findet nun in einer Tennishalle unter verschärften Hygienevorschriften statt. Dennoch gab es zwischendurch eine dringliche Bitte eines Mitgliedes, dass das Hygienekonzept besser eingehalten wird.