StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernBenzinpreis-Horror – Hier gibt's den günstigsten Sprit für MV

Tankstellen-Vergleich

Benzinpreis-Horror – Hier gibt's den günstigsten Sprit für MV

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Ein Vergleich der millionenfachen Änderungen an den Preistafeln von Tankstellen fördert große Unterschiede zu Tage. Einige Städte im Osten von MV fallen besonders auf.
Veröffentlicht:16.02.2022, 05:58

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Der Nordosten Deutschlands gehört zu den Regionen Deutschlands mit den günstigsten Benzinpreisen. Wie aus aufbereiteten Daten des Vergleichsportals „Mehr-Tanken“ hervorgeht, haben im vergangenen Jahr Greifswald und Neubrandenburg zu den Städten gehört, an deren Tankstellen – trotz der zuletzt enormen Anstiege – die niedrigsten Preise für Diesel und Benzin verlangt wurden.

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Tankstellen-Datenbank legt Preise offen

Das habe die Auswertung aller Preisänderungen an den rund 15  000 Tankstellen in Deutschland ergeben, hieß es. Die Tankstellen-Betreiber sind seit mehreren Jahren verpflichtet, mit dem Ziel der besseren Vergleichbarkeit für Autofahrer ihre Preisdaten an das Bundeskartellamt zu melden. Die Datenbank der „Markttransparenzstelle“ kann von privaten Firmen wie „Mehr-Tanken“ genutzt werden, um in Apps oder auf Internetseiten die Schwankungen an den Zapfsäulen in Echtzeit abzubilden.

Konstanz am Bodensee lange Zeit teuerste Stadt

Den Angaben zufolge konnten sich Autofahrer im vergangenen Jahr in Greifwald im Jahr 2021 ganze vier Monate über die bundesweit günstigsten Preise freuen, dreimal hatte die Stadt die zweigünstigsten Monatspreise. Dahinter folgen gleichauf Neubrandenburg, Mende und Neuwied mit je zwei ersten Platzierungen und einem zweiten Rang. Über das Jahr gerechnet haben die Autofahrer dagegen in Konstanz mit Abstand am meisten für Kraftstoff bezahlt. In den Auswertungen war die Stadt am Bodensee gleich neun Monate lang die teuerste Stadt in Deutschland.

Konkurrenzkampf durch Apps

„Am deutschen Tankstellenmarkt herrscht ein harter Preiskampf um jeden Autofahrer“ erläutert Alexander von Gersdorff, Sprecher des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie in Berlin. Gleichzeitig seien die aktuellen Preise per Internet oder Smartphone-App weithin sichtbar. Das sorge für unterschiedliche Preise an fast jeder Tankstelle und somit auch in einzelnen Regionen. „Infolgedessen ist immer eine Region günstiger als eine andere“, so von Gersdorff.

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Fast jede Stunde ändert sich der Preis

Laut „Mehr-Tanken“ haben die Tankstellen in Deutschland im vergangenen Jahr 10,6 Millionen Mal ihre Preise verändert. Das sei im Vergleich zu 2020 ein Zuwachs um etwa ein Drittel. „Das bedeutet, dass im Schnitt jede Tankstelle in Deutschland täglich 23 Mal den Preis verändert“, so Stefan Karcher, Verantwortlicher für das Vergleichsportals. Die teuerste Tankzeit sei gegen 7 Uhr morgens. Dagegen könnten Verbraucher abends auf bessere Konditionen vertrauen.

Zu Jahresbeginn 2022 hat sich die Rangfolge aber etwas verschoben: Während im Januar Greifswald mit einem Durchschnitt von 1,682 Euro je Liter Super noch den vierten Platz als bundesweit günstigste Stadt halten konnte, ist Neubrandenburg aus der Liste der 20 deutschen „Billigstädte“ herausgefallen. Am teuersten war erneut Konstanz mit 1,849 Euro.

Mehrere Cent Unterschied pro Liter Benzin

Auch aktuell ist Tanken in Greifswald günstiger als im Umland. Gestern lag hier der aktuelle Tagesdurchschnitt bei 1,741 Euro für den Liter Super E5. In Neubrandenburg wurden zeitgleich schon 1,775 Euro je Liter verlangt. Deutlich teurer kann es schon in wenigen Kilometern Entfernung werden: So liegen zum Beispiel in Waren oder in Templin die aktuellen Kraftstoffpreise meist um vier bis sechs Cent über den Forderungen in Neubrandenburg.

„Basis für den Tankstellenpreis an jedem Ort ist der jeweilige Produktpreis für Benzin und Diesel“, erklärt von Gersdorff. Darin steckten der Ölpreis, die Verarbeitungs- und die Transportkosten. Für den Verbraucher kommen dann noch neben einem Beitrag zur Deckung aller Tankstellen-Kosten vor allem die Energiesteuer, der CO2-Aufschlag und die Mehrwertsteuer hinzu. „Aktuell machen alle staatlichen Abgaben zusammen mehr als die Hälfte der Kraftstoffpreise aus“, betont der Verbandssprecher. Preisschwankungen von bis zu 15 Cent im Tagesverlauf seien eine Folge des intensiven Wettbewerbs unter den Anbietern.