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Bündnis Sahra Wagenknecht sucht im Nordosten eine Basis

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Sie wollen eine Alternative zur Alternative sein, stellen die Weichen für die kommende Kommunalwahl und haben einen Europawahl-Kandidaten im Gepäck.
Veröffentlicht:05.02.2024, 14:17

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Der Kandidat für die Europawahl des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) heißt im Land Mecklenburg-Vorpommern Jan Peter Warnke (65). Das hat die neu gegründete Partei am Montag in ihrer ersten Pressekonferenz im Nordosten bekannt gegeben.

Warnke hat in Zwickau 30 Jahre lang eine Klinik geleitet und ist vor dem Vorruhestand Neurochirurg gewesen. Seit zwölf Jahren lebt er auf der Insel Usedom. „Mir liegt Mecklenburg-Vorpommern besonders am Herzen“, sagte der Vater von vier Kindern. Auf der Gesamtliste für die EU-Wahl steht Warnke auf Platz 5.

„Mit den Kranken wird Monopoly gespielt“

Seine beiden Hauptthemen für die in diesem Jahr anstehende Wahl seien Gesundheitspolitik und Bildung. „Wir müssen die Privatisierung der medizinischen Angebote rückgängig machen“, forderte der ehemalige Chirurg. Mit den Kranken werde im jetzigen System Monopoly gespielt. „Und wo Politik schlecht für die Menschen ist, muss sie geändert werden“, gab er sein Ziel vor.

Die Landeskoordinatorin der BSW, Sabine Zimmermann (63), informierte indes darüber, dass die Partei bei der ebenfalls anstehenden Kommunalwahl im Land nur punktuell antrete. „Wir haben kurz vor Weihnachten hier begonnen und werden den Wahlkampf ohne finanzielle Unterstützung leisten“, sagte die in Pasewalk geborene Politikerin, die 16 Jahre lang die Linke im Bundestag vertrat.

Bislang kümmern sich nur eine Handvoll Parteimitglieder um die Wahlvorbereitungen und die Geburt der BSW im Nordosten. Zu den Kreiskoordinatoren gehören unter anderem Jan Kuhnert (Neubrandenburg/Mecklenburgische Seenplatte), Detlef Rabethge (Vorpommern/Greifswald) und Lajos Orban (Rostock und Landkreis).

Neue Partei und alte Ziele

Während Kuhnert (57) bereits von drei Bewerbern für den Kreistag der Seenplatte und acht für die Stadt Neubrandenburg sprach, verwies Rabethge (63) auf ein Treffen am Donnerstag, bei dem sich das BSW in Vorpommern-Greifswald erstmals zusammensetze. Der Ueckermünder kommentierte sein Engagement in der neuen Partei und seinen Wechsel von der Linken: „Meine Ziele und Überzeugungen bleiben ja die gleichen. Nur die Plattform ändert sich.“

Jan Kuhnert war vor wenigen Tagen als Stadtpräsident in Neubrandenburg zurückgetreten, nachdem er sich dem Bündnis Sahra Wagenknecht angeschlossen hatte. „Wir wollen jeden kennenlernen, der bei uns mitmachen will“, sagte er beim Pressegespräch. Nach einem Facebook-Aufruf habe er zwanzig Anfragen erhalten, die er jetzt nach und nach abarbeite.

Die Landeskoordinatorin drosselte die Erwartungen, indem sie auf das Alter der BSW hinwies: „Sechs Monate. Wir können mit den etablierten Parteien in diesem Jahr noch nicht mithalten. Aber wir treten auf und werden jetzt Wurzeln im Nordosten bilden.“ Auch wenn das BSW für unparteiische und alle anderen Parteien offen sei, „AFD-Mitglieder lehnen wir definitiv ab“, betonte sie. Schließlich wolle das BSW eine Alternative zur Alternative sein.