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Imenser Finanzbedarf

Bundeshilfe für Sanierung von Kulturdenkmälern

Schwerin/Berlin / Lesedauer: 2 min

Das Tourismusland Mecklenburg–Vorpommern wirbt gern mit seinen Herrenhäusern und Backsteinkirchen. Doch deren Sanierung ist kostspielig, wie auch der Erhalt denkmalgeschützter Wohnhäuser. Da kommt Hilfe vom Bund gelegen. Der Bedarf aber ist riesig.
Veröffentlicht:24.06.2023, 08:39

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Knapp zwei Millionen Euro stellt die Bundesregierung für die Sanierung bedeutender Kulturdenkmäler in Mecklenburg–Vorpommern bereit. Wie aus den Mitteilungen mehrerer Bundestagabgeordneter hervorgeht, stimmte der Haushaltsauschuss der Aufnahme von neun Vorhaben im Nordosten in die Liste der vom Bund geförderten Projekte zu. Insbesondere Kirchen werden von den Zuschüssen aus Berlin profitieren.

Darunter sind die Dreveskirchen in Blowatz (Nordwestmecklenburg), die Dorfkirche im vorpommerschen Flemendorf und die St. Marien–Kirchen in Stralsund und Ribnitz (Vorpommern–Rügen). Die Spanne der Zuschüsse reicht von 54.000 bis 262.000 Euro. Knapp 44.000 Euro gibt es für die Restaurierung der Orgel in Usedom–Stadt, die aus der Werkstatt der Stettiner Orgelbauer–Familie Grüneberg stammt. Die größte Einzelförderung erhält mit 450.000 Euro das Herrenhaus Stintenburg bei Zarrentin am Schaalse.

„Für die Kulturlandschaft in Mecklenburg–Vorpommern sind das sehr gute Nachrichten. Die Gelder werden helfen, dass Mecklenburg–Vorpommern weiterhin auch für seine Kulturdenkmäler ein beliebtes und attraktives Tourismusziel bleibt“, zeigte sich die Bundestagabgeordnete Claudia Müller (Grüne) überzeugt.

Die Vielzahl erhaltenswerter Gebäude und Kirchen stellt den Denkmalschutz in Mecklenburg–Vorpommern vor große Herausforderungen. Wie aus dem Denkmalreport für 2022 erneut hervorging, übersteigt die Nachfrage nach Denkmalfördermitteln das dafür vorgesehene Budget des Landes um ein Vielfaches.

Laut Bericht wurden im Vorjahr 84 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 9,8 Millionen Euro gestellt. Die vom Land bereitgestellten Mittel in Höhe von etwa 2,1 Millionen Euro reichten lediglich, um 28 Anträge zu bewilligen. Zwei Drittel der Zuschüsse seien für Notsicherungen ausgegeben worden, um so wenigstens den Verfall aufzuhalten.

In Mecklenburg–Vorpommern sind mehr als 31.000 Denkmäler erfasst. Laut Report gab es im vergangenen Jahr 45 neu ausgewiesene Denkmale, 65 mussten aus der Liste gestrichen werden. Hilfe für den Erhalt kommt alljährlich auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die für 2023 Finanzhilfen für mindestens 40 Denkmäler in Mecklenburg–Vorpommern ankündigte.

Auf der Förderliste steht unter anderem das Alte Wasserwerk in Malchin (Mecklenburgische Seenplatte). Dort soll eine Umweltbildungsstätte eingerichtet werden.