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Neue Studie

Corona führt zu mehr Depressionen bei Kindern in MV

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Fast zehn Prozent mehr Fälle von Depressionen wurden im ersten Corona-Jahr bei Kindern und Jugendlichen in MV festgestellt. Experten vermuten, dass die Schulschließungen Schuld sind.
Veröffentlicht:01.02.2022, 15:01
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Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Schulkinder mit einer Depression nach Krankenkassen-Zahlen gestiegen. Im ersten Pandemiejahr 2020 seien in Mecklenburg-Vorpommern über neun Prozent 15- bis 17-Jährige mehr als im Vorjahr erstmals mit einer Depression ärztlich behandelt worden, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Dienstag nach der Auswertung eigener Daten mit. Bei den 10- bis 14-Jährigen habe es ein Plus von rund sechs Prozent gegeben.

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Der „Kinder- und Jugendreport” der DAK basiert den Angaben zufolge auf Abrechnungsdaten von rund 23 000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in MV versichert sind. Analysiert wurden demnach die Jahre 2019 und 2020. Der Report basiere damit auf Daten von fast zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern und sei hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsverteilung repräsentativ.

Schulschließungen wirken sich negativ auf die Psyche aus

Die Corona-Pandemie mit wochenlangen Schul- und Kita-Schließungen hat dem Report zufolge viele Kinder auch dicker werden lassen: Im Jahr 2020 seien rund 16 Prozent mehr Grundschulkinder im Nordosten erstmals wegen einer Adipositas ärztlich behandelt worden als 2019. Zugleich seien fünf Prozent weniger Vorsorgeuntersuchungen gezählt worden. Das sei ein gefährlicher Trend, so die Krankenkasse.

DAK-Landeschefin Sabine Hansen lobte die Einsetzung einer Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern” durch den Landtag. „Vielen Mädchen und Jungen geht es nicht gut. Wir müssen etwas tun”, betonte sie. In der Enquete-Kommission sollten die Themen psychische Gesundheit, gesunde Ernährung und Sport eine bedeutende Rolle spielen.

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Die 25-köpfige Kommission aus Landtagsabgeordneten und Experten, die vergangene Woche beschlossen wurde, soll die Lage der jungen Menschen in MV analysieren und Empfehlungen an die Politik formulieren. Spätestens 2026 soll ihr Bericht vorliegen.

Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben mit 5,5 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands. In Mecklenburg-Vorpommern sind demnach rund 160 000 Menschen bei dieser Kasse versichert.