StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernDroht Vorpommern-Kreis wegen Hackern ein Millionen-Schaden?

Nach Angriff

Droht Vorpommern-Kreis wegen Hackern ein Millionen-Schaden?

Stralsund / Lesedauer: 2 min

Noch immer kämpf der Kreis Vorpommern-Rügen mit den Folgen eines Hacker-Angriffs. Erfahrungen aus früheren Cyber-Attacken in MV lassen Schlimmes befürchten. 
Veröffentlicht:07.12.2023, 06:03

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Seit Anfang vergangener Woche beschäftigt ein Hacker-Angriff die Verwaltung des Kreises Vorpommern-Rügen. Die IT-Systeme des Landratsamtes wurden daraufhin vom Netz getrennt. Statt E-Mails wird in der Behörde nun per Telefon, Post und Fax gearbeitet - ein Rückfall in längst vergessene Zeiten.

Verwaltung stellt jetzt Formulare zum Ausdrucken bereit

Noch immer ist nicht klar, wie lange das Amt vom Netz abgekoppelt bleiben wird. „Wie lange diese Situation andauern wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden“, erklärte die Behörde um Landrat Stefan Kerth (parteilos) zuletzt.

In der Zwischenzeit setzt die Verwaltung auf Stift und Papier: „Für viele derzeit nicht erreichbare Online-Services wird die Hinterlegung ausdruckbarer PDF-Vordrucke auf www.lk-vr.de erarbeitet“, so der Kreis weiter. Heißt: Auf der Webseite des Kreises, die noch funktioniert, werden Dokumente hochgeladen. Diese können dort von den Bürgern heruntergeladen, ausgedruckt, ausgefüllt und beim Kreis abgegeben bzw. an die Verwaltung per Post geschickt werden. 

Auch wenn der Kreis nicht sagen kann, wie lange die Probleme anhalten werden, lässt die neuste Mitteilung der Verwaltung zum Cyberangriff Schlimmes erahnen. So heißt es weiter: „Vergleichbar sind die technischen Einschränkungen mit denen der Cyberangriffe aus dem Jahr 2021 auf die Verwaltungen der Landkreise Ludwigslust-Parchim und Anhalt-Bitterfeld.“

Sozialleistungen werden laut Kreis weiter ausgezahlt

Der Nordkurier fragte beim Kreis Ludwigslust-Parchim nach deren Erfahrungen zum Hacker-Angriff nach. Dort teilte ein Sprecher mit: „Von Oktober 2021 bis April 2022 kam es zu erheblichen IT-Problemen in der Verwaltung.“ Laut der SVZ seien durch die Attacken auf den Landkreis und die Stadt Schwerin sogar Schäden in Millionenhöhe entstanden. 

Der Kreis Vorpommern-Rügen hält sich gegenüber dem Nordkurier zu möglichen Schaden noch bedeckt. Eine Sprecherin dazu: „Wir konzentrieren uns darauf, arbeitsfähig zu werden. Eine Kostenschätzung gibt es noch nicht.“ Der Kreis versichert aber weiter, dass Sozialleistungen ausgezahlt werden. Eine Übersicht, was in der Behörde noch geht und was nicht, findet sich hier