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Brandbrief

Energiepreise treiben Freie Schulen in MV in große Not

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Mit einem Brandbrief an die Bildungsministerin kämpfen die Freien Schulen in MV um ihre Existenz. Wie können die Schulen in der Energiekrise gerettet werden?
Veröffentlicht:19.10.2022, 06:30

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20 Prozent der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind in freier Trägerschaft – und in Existenznot. Die explodierenden Energiekosten „mit Steigerungen von 200 bis 500 Prozent“ gefährden die Freien Schulen, wie es in einem Hilferuf der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) an Bildungsministerin Simone Oldenburg steht.

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In der Regel stehen den Freien Schulen drei Finanzierungsquellen zur Verfügung: die staatliche Finanzhilfe, der kommunale Schullastenausgleich und Schulbeiträge. Das Problem: Finanzhilfe und Schullastenausgleich, also die Zuschüsse für Personal- und Sachkosten, sind niedriger, als die Länder für ihre eigenen Schulen ausgeben.

Energiepreisdeckel in Höhe von 90 Prozent

„Fest steht, dass die bestehenden Finanzierungsmechanismen nicht geeignet sind, akuten und kurzfristigen finanziellen Mehrbedarf zu decken“, heißt es in dem Schreiben. Deshalb sei ein Energiepreisdeckel in Höhe von 90 Prozent des Vorjahresverbrauches und der Vorjahrespreise für die Bildungsinfrastruktur dringend geboten.

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„Die Freien Schulen sind unverzichtbar für unsere Bildungslandschaft, die gerade in der Corona-Pandemie ihren Bildungsauftrag vorbildlich erfüllten. Mit dem aktuell nicht zu verantwortenden Preissteigerungen dürfen wir sie daher nicht alleine lassen“, forderte Enrico Schult, Bildungsexperte der AfD-Fraktion.

CDU irritiert über Bildungsministerium

Irritiert zeigte sich die CDU, dass mit Blick auf die Heizkosten an Schulen das Bildungsministerium an die Schulträger verweise und ein Programm zur Abfederung der Kosten nicht geplant sei. Dies gehe in einer Antwort der Landesregierung auf eine entsprechende CDU-Anfrage hervor.

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„Wir haben großes Verständnis für die Situation der Schulen in freier Trägerschaft“, sagte Oldenburg auf Nordkurier-Anfrage. „Daher fordern wir, dass bei allen unterstützenden Bundesförderungen und Preisdeckeln, die besondere Stellung der Kommunen als Träger der freien Schulen fest mit in den Blick genommen und diese bedacht werden.“