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Erstes LNG-Terminal in Lubmin wohl noch im Januar startklar

Schwerin / Lesedauer: 3 min

Er ist komplex, ehrgeizig und einmalig: der private Betrieb eines Flüssiggas-Terminals in Deutschland. In Lubmin an der Ostsee wird in wenigen Tagen Geschichte geschrieben.
Veröffentlicht:04.01.2023, 12:56

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So ist das, wenn tatkräftige Unternehmer auf deutsche Behörden treffen – da kann es schon mal zu unterschiedlichen Interpretationen bei Begriffen wie Tempo, Schnelligkeit und Entscheidungsfähigkeit kommen. Genau so verhielt es sich, als die Deutsche Regas inmitten der größten Energiekrise Deutschlands vor Monaten ihr 100-Millionen-Euro-Projekt eines Flüssiggas-Terminals (LNG) in Lubmin startete – und dabei auf die staatlichen Genehmigungsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern traf.

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Stephan Knabe und Ingo Wagner, Macher, Köpfe und auch finanzstarke Investoren bei der Deutschen Regas, hatten im Sommer 2023 ihr ehrgeiziges Ziel verkündet, ab 1. Dezember Flüssiggas in die vorhandene Pipelinestruktur in Lubmin einspeisen zu können. Nun, dieser ambitionierte Plan konnte zwar nicht gehalten werden – das aufwendige und komplexe Genehmigungsverfahren fraß Zeit, Geduld und Nerven –, doch nun scheint es nach Informationen des Nordkurier nicht mehr allzu fern zu sein, wenn der seit wenigen Tagen laufende Testbetrieb in Lubmin in einen Regelbetrieb übergehen könnte.

Dass bei der Genehmigung federführende Landwirtschaftsministerium in Schwerin klang auf Nordkurier-Nachfrage nach einem Zeitpunkt für die Inbetriebnahme der Anlage am Greifswalder Bodden zwar nicht gerade euphorisch, zeigte sich aber „zuversichtlich, dass das Genehmigungsverfahren noch in diesem Winter abgeschlossen werden kann”. Doch was heißt die Formulierung „in diesem Winter”? Morgen? Nächste Woche oder Ende März – wenn der Winter endet und der Frühling beginnt?

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Nun, in der Staatskanzlei, der unmittelbaren Machtzentrale der Landesregierung unter Führung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, formuliert man schon wesentlich prägnanter und konkreter. „Mitte bis Ende Januar”, heißt es hinter vorgehaltener Hand – offiziell will sich aber noch keiner der Beteiligten äußern. Das heißt: Die Premiere des ersten privat betriebenen LNG-Terminals in Deutschland steht unmittelbar bevor.

Dabei wird die „Coral Furcata” eine von drei eingeplanten kleineren Tankern sein, die das LNG künftig durch den flachen Greifswalder Bodden transportieren soll. Die wesentlich größere „Seapeak Hispania” soll vor Rügen als Zwischenlager dienen und wiederum von Tankern beliefert werden. Die Deutsche Regas spricht von einer „virtuellen Pipeline”.

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Das große Spezialschiff „Neptune” dient in Lubmin als schwimmendes Terminal, das das Flüssigerdgas aufnimmt, wieder in den gasförmigen Zustand versetzt und in Gasleitungen einspeist. So sollen jährlich bis zu 5,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas eingespeist werden können. Hintergrund der politischen Zustimmung von Landes- und Bundesregierung für das Terminal: Deutschland will beim Ersatz ausgefallener Gaslieferungen aus Russland unter anderem auf per Schiff geliefertes Flüssigerdgas setzen.