StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernFrauentag als Feiertag ist nett, aber auch populistisch

Kommentar

Frauentag als Feiertag ist nett, aber auch populistisch

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Der 8. März soll in Mecklenburg-Vorpommern ein Feiertag werden. Das klingt gut fürs Volk. Die Zeche zahlen aber andere, meint unser Kommentator.
Veröffentlicht:05.11.2021, 21:08

Artikel teilen:

Endlich mal was Handfestes aus den Koalitionsverhandlungen: Manuela Schwesig und Simone Oldenburg verkünden stolz, dass der Frauentag in Mecklenburg-Vorpommern künftig zum gesetzlichen Feiertag erhoben wird. Das klingt ein bisschen nach Ostalgie – wobei, in der DDR wurde auch am 8. März gearbeitet, allerdings weniger, weil die Kollegen ihre Kolleginnen mit Kaffee, Kuchen und Nelken verwöhnten.

Mehr zum Thema: Frauentag soll in MV Feiertag werden

Frauentag als Feiertag – das klingt auch ein bisschen nach der verrückten rot-rot-grün regierten Hauptstadt, wo sich das Volk den 8. März als Tag zum Faulenzen schon seit einigen Jahren gönnt. Als bislang einziges Bundesland im Übrigen.

Man könnte einwenden, dass Mecklenburg-Vorpommern mit neun Feiertagen zusammen mit den meisten deutschen Bundesländern weit hinterherhinkt hinter Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, die zusätzlich noch etliche Katholische Feiertage zelebrieren. Trotzdem: Frauentag als Feiertag verkünden, das klingt auch ziemlich populistisch. Denn wer sollte sich schon darüber aufregen, außer vielleicht die Frauen, weil ja nun auch die Männer freibekommen.

Auch interessant:Zoff ums Innenministerium: CDU kritisiert rot-rote Pläne

Ach ja, und die Wirtschaft natürlich! Die, und das haben Frau Oldenburg und Frau Schwesig nämlich vergessen zu erwähnen, letztlich die Zeche zahlt. Ein Feiertag bedeutet auch ein Tag weniger zum Wirtschaften mit allen Konsequenzen: weniger Arbeit, weniger Wertschöpfung, weniger Umsatz. Allein der Lohn, der vom Arbeiter auch im Monat März in voller Höhe erwartet wird, bleibt gleich.

Weiterlesen:Vorpommern-Helfer gesucht – Wird es wieder Dahlemann?

Beziehungsweise dürfte weiter ansteigen, weil SPD und Linke mit weiteren sozialen Wohltaten wie der Steigerung des Mindestlohnes und der Bindung von öffentlichen Aufträgen an den Tariflohn aufwarten. Produktiver wäre es vielleicht, wenn die Regierung den Unternehmen endlich mit einem kostenlosen Azubi-Ticket unter die Arme greift.

Dass SPD und Linke aber gerade jetzt, wo die Pandemiekrise längst noch nicht überstanden ist, soziale Wohltaten zu Lasten der Wirtschaft verteilen, ist eindeutig das falsche Signal.