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Jagd

Halbierung der Kormoran-Bestände in MV gefordert

Ludwigslust / Lesedauer: 2 min

Angler, Bauern, Jäger, Waldbesitzer und Fischer in MV sind sich offenbar einig: Sieben Verbände wollen eine gezielte Jagd auf Kormorane – am besten direkt an den Brutplätzen.
Veröffentlicht:21.09.2019, 08:58

Von:
  • dpa
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Sieben Verbände aus Landwirtschaft, Fischerei und Waldwirtschaft haben eine Reduzierung der Zahl der Kormorane in Mecklenburg-Vorpommern um mindestens die Hälfte gefordert.

Bis zu 15.000 Brutpaare in MV

In einem gemeinsamen Papier, das die Naturnutzerverbände des Zusammenschlusses PRO Natur MV am Freitagabend in Ludwigslust an Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) übergaben, verlangen sie eine Verringerung der aktuell 12.000 bis 15.000 Brutpaare – die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr – auf 6000 Brutpaare. Die Tiere hätten sich stark vermehrt.

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Bei den beteiligten Verbänden handelt es sich um

  • den Landesanglerverband,
  • den Landesbauernverband,
  • den Landesfischereiverband,
  • den Waldbesitzerverband,
  • den Landesjagdverband,
  • den Verband der Binnenfischer und
  • den Verband Familienbetriebe Land und Forst MV.

Fischer fürchten den Kormoran, wenn er massenhaft auftritt, als Schädling. Das bisher erlaubte Vergrämen und das lokal ausnahmsweise erlaubte Abschießen von Kormoranen zur Vermeidung erheblicher Schäden an Fischereigebieten und Gewässern reiche nicht aus, heißt es in dem „Konzept für ein Kormoran-Management in MV”.

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Jagd an den Brutplätzen gefordert

Durch die vielfältigen Einschränkungen würden keine erwachsenen Vögel geschossen, die am Brutgeschäft beteiligt sind, sondern überwiegend subadulte und durchziehende Exemplare.

Dadurch gelinge es lediglich, das weitere Anwachsen von Beständen zu begrenzen. Eine Reduktion sei so nicht möglich. „Adulte Brutvögel müssen unter dem Aspekt der Effizienz ganz gezielt dort getötet werden, wo sie am besten erreichbar und am genauesten zählbar sind: Im Frühjahr an den Brutplätzen”, fordern die Verbände. Außerdem müsse von den Eingriffsverboten in Schutzgebieten abgerückt werden.

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