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Hotelgruppe insolvent – "Einzelne Standorte auf dem Prüfstand"

Mecklenburg-Vorpommern / Lesedauer: 2 min

Der Geschäftsführer der Arcona Hotels aus Rostock zeigt sich nach dem Insolvenzantrag vorsichtig optimistisch. Ob alle Häuser gehalten werden können, ist aber noch nicht klar.
Veröffentlicht:29.11.2023, 16:16

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Das Amtsgericht Rostock hat dem Antrag des Hotel-Unternehmens Arcona Hotels & Resorts auf Gruppeninsolvenz in Eigenverwaltung stattgegeben. Zudem sei Rechtsanwältin Ulrike Hoge-Peters als vorläufige Sachwalterin vorgeschlagen und bestellt worden, teilte der für Insolvenzsachen zuständige Pressesprecher am Amtsgericht Rostock am Dienstag auf Anfrage mit.

Für Geschäftsführer Alexander Winter sind das gute Nachrichten. „Seit Dienstagabend sind wir wieder voll handlungsfähig“, sagte Winter in einem Interview mit der „Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung“ Jetzt solle dafür gesorgt werden, dass die Mitarbeiter pünktlich das Insolvenzausfallgeld erhalten.

Alexander Winter ist geschäftsführender Gesellschafter der Arcona Hotels & Resorts GmbH.
Alexander Winter ist geschäftsführender Gesellschafter der Arcona Hotels & Resorts GmbH. (Foto: arcona Hotels & Resorts)

Allerdings stehe die Zukunft bestimmter Häuser der Hotelgruppe noch nicht fest. „Einzelne Standorte stehen auf dem Prüfstand, das hängt ab von den Verhandlungen mit den Verpächtern“, sagte Winter. Arcona betreibt unter anderem auf Rügen das „Vju Hotel“ sowie das „Koopmanns Hotel und Lädchen“ in Göhren, die „Living Apartments First“ in Sellin, das „Hotel Kaiserhof“ in Heringsdorf auf Usedom und das „Künstlerquartier Seezeichen“ in Ahrenshoop auf dem Darß. Hinzu kommen Hotels auf Rügen, in Weimar, auf Sylt und in Eisenach. Als Lizenznehmer des von Til Schweiger entwickelten Barefoot-Konzepts betreibt Arcona außerdem das erste Barefoot Hotel auf Mallorca.

Dehoga-Chef Lars Schwarz
Dehoga-Chef Lars Schwarz (Foto: Eberhard Rogmann)

Als Warnzeichen für die Branche sieht der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga MV, Lars Schwarz, die Arcona-Insolvenz. „Wir sind alle schockiert, vor allem angesichts der Begründung von Arcona, dass die Investitionen sich nicht so ausgezahlt haben wie erhofft“, sagte Schwarz der Ostseezeitung. Er befürchte, dass Arcona kein Einzelfall bleibe.

Arcona hatte am Montag als Ziel ausgegeben, das Unternehmen im Ganzen zu erhalten und für die Zukunft neu aufzustellen. Die Gehälter für die insgesamt rund 500 betroffenen Mitarbeiter seien durch das Insolvenzausfallgeld bis Ende Januar gesichert. Damit bleibe genügend Zeit für die nächsten Sanierungsschritte. Die ausländischen Betriebe in Österreich und Spanien sind von der Insolvenz in Eigenverwaltung nicht betroffen.