StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernHund stirbt qualvoll - wie bestraft man solche Tierhalter?

Von Maden zerfressen

Hund stirbt qualvoll - wie bestraft man solche Tierhalter?

Wismar / Lesedauer: 2 min

Das schlimme Schicksal des Berner Sennenhundes Bruno bleibt vielen noch lange im Gedächtnis. Wie wird Tierquälerei in Deutschland eigentlich geahndet?
Veröffentlicht:17.09.2021, 13:52

Von:
  • Susanne Böhm
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Ein besonders schlimmer Fall von Tierquälerei in Dorf Mecklenburg bei Wismar schockierte in dieser Woche viele Menschen. Von Maden zerfressen, dehydriert und fast verhungert war der völlig verwahrloste Berner Sennenhund Bruno ins Tierheim gebracht worden. Trotz aller Versuche den Hund zu retten, starb er wenig später.

Besonders traurig: Das wäre zu verhindern gewesen, wenn Menschen früher hingesehen hätten und eingeschritten wären. Der Fall ging durch die Medien und warf fragen auf. Welche Strafen gibt es in Deutschland eigentlich für Tierquälerei, wollten Nordkurier-Leser zum Beispiel wissen.

Bis zu drei Jahre Gefängnis

„Die einzige Strafvorschrift des Tierschutzgesetzes findet sich in Paragraf 17”, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Strafbar seien demnach die ungerechtfertigte Tiertötung sowie die rohe und quälerische Misshandlung von Tieren. Geahndet werde die vorsätzlich begangene Tierquälerei. Ebenfalls strafbar sei die Tiertötung oder Tierquälerei durch Unterlassen. „Lässt der Eigentümer eines Hundes diesen beispielsweise qualvoll verhungern, so hat er sich wegen einer Tiertötung durch Unterlassen strafbar gemacht. Bei einem Verstoß gegen Paragraf 17 droht dem Täter eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe”, erläutert der Tierschutzbund.

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Der Tierschutzverein Wismar und Umgebung hat Brunos Halter jedoch nicht angezeigt. Das Veterinäramt wisse Bescheid, man habe alles im Blick, auch die beiden anderen Hunde des Halters. Niemand solle verurteilt werden, denn die Hintergründe und Umstände des Unglücks dürften nicht außer Acht gelassen werden, hieß es auf Nordkurier-Nachfrage aus dem Tierheim. Jeder Tierhalter könne in eine Lage geraten, in der er seine Tiere nicht mehr versorgen kann. Umso wichtiger sei es, dass Nachbarn und Passanten wachsam sind und gegebenenfalls einschreiten oder helfen, bevor es zu spät ist. Darauf wollen die Tierschützer aufmerksam machen, denn Tierquälerei, die hätte verhindert werden können, komme seit einigen Jahren immer häufiger vor.

Brunos qualvoller Tod gehe den Tierrettern sehr an die Nieren. So etwas dürfe sich nicht wiederholen.

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