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Gesundheit

„Ich bin den Ärzten sehr dankbar – sie haben mich gerettet!“

Karlsburg / Lesedauer: 3 min

Das Herzzentrum Karlsburg behandelt Lungenembolien mit innovativer Technik. Ein Greifswalder Senior hat so eine lebensbedrohliche Lage überstanden.
Veröffentlicht:10.11.2023, 12:10

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Dem Greifswalder Reinhard Struck geht es wieder gut, er fühlt sich fit. „Ich bin den Ärzten in Karlsburg sehr dankbar. Sie haben mich gerettet, als ich mit einer Lungenembolie eingeliefert wurde“, erzählt der 72-Jährige.

Effektive Therapie für schwere Lungenembolien

Es war im Frühjahr alles sehr schnell gegangen, erinnert er sich zurück. Er kam von einem Swinemünde-Ausflug nach Hause, konnte sich aber aus unerklärlichen Gründen kaum noch auf den Beinen halten. Er litt unter Luftnot. „Mein Mann sah schrecklich aus, legte sich sofort ins Bett“, erzählt Bärbel Struck. Die 66-jährige Krankenschwester maß Blutdruck und stellte einen sehr hohen Puls fest. Der Notarzt tippte zunächst auf einen Herzinfarkt, im Klinikum Karlsburg war dann schnell klar: Lungenembolie.

Kardiologe Dr. Florian Schmidt hat im Herzkatheterlabor mit neuartigem Absaug-Katheter einem Greifswalder Senioren das Leben gerettet.
Kardiologe Dr. Florian Schmidt hat im Herzkatheterlabor mit neuartigem Absaug-Katheter einem Greifswalder Senioren das Leben gerettet. (Foto: Klinikum Karlsburg)

„So eine Lungenarterienembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein oder mehrere Lungengefäße verstopft“, erklärt der Karlsburger Kardiologe Dr. Florian Schmidt. Das Gerinnsel (Thrombus) entstehe meist in den Venen der Beine oder des Beckens. Es werde mit dem Blutstrom fortgeschwemmt und könne bis in die Lunge gelangen und dort die Lungenarterien verschließen. So werde die Lunge nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Der Mensch bekommt plötzlich keine Luft mehr, der Kreislauf bricht zusammen. Außerdem staut sich das Blut zwischen Herz und Lunge. Damit droht eine Überlastung der rechten Herzkammer und Herzversagen.

Gerinnsel mittels Vakuum abgesaugt

„Vor einem Jahr noch wäre der Patient mit sehr stark blutverdünnenden Medikamenten behandelt worden, die das Gerinnsel auflösen und dadurch die Blutzirkulation in der Lunge verbessern. Allerdings besteht dabei das Risiko, schwere Blutungskomplikationen zu erleiden“, sagt Dr. Florian Schmidt. Inzwischen gebe es aber ein neues, effektiveres Therapieverfahren für schwere Lungenembolien.

Bei der neuen Behandlungsmethode wird das Blutgerinnsel mithilfe eines erzeugten Vakuums per Katheter aus der Lunge abgesaugt. In den USA sind mit diesem Verfahren bisher rund 70.000 Patienten behandelt worden. „Die Ergebnisse der neuen Methode sprechen für sich. Die Patienten sind schneller wieder wohlauf und die Embolie verläuft viel seltener tödlich“, betont Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg. Lag die Sterblichkeit bei den bisherigen medikamentösen Behandlungsmethoden bei ungefähr 10 bis 15 Prozent, ist sie mit der neuen Katheterbehandlung auf rund ein Prozent gesunken.

Auf die Warnsignale des Körpers hören

„Wenn ich mir die Vorher- und Nachher-Aufnahmen meiner Lunge anschaue, kann ich es kaum glauben“, sagt Patient Reinhard Struck. Der zehn Zentimeter große Thrombus sehe „sehr monströs“ aus, sagt der Greifswalder, der bis zum Ruhestand als Kfz-Ingenieur und Gutachter arbeitete. Der Eingriff im Herzkatheterlabor erfolgte minimalinvasiv unter örtlicher Betäubung. Schon wenige Stunden später sei es ihm deutlich besser gegangen, erzählt er. Vorbeugend muss Reinhard Struck jetzt blutverdünnende Tabletten einnehmen, damit sich keine weiteren Gerinnsel bilden.

„Präventiv empfehlen wir eine gesunde Lebensweise und ausreichend Bewegung“, betont Dr. Florian Schmidt. Jeder sollte zudem auf Warnsignale seines Körpers hören. Luftnot, Schwindel, Übelkeit und Brustschmerzen seien immer ernste Symptome. In Deutschland sterben jedes Jahr schätzungsweise 40.000 Menschen an einer Lungenembolie. Häufigste Ursache dafür ist eine Thrombose.