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Aufrüstung

Immer mehr Menschen haben eine Waffe in MV

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der Waffen im Nordosten steigt weiter. Künftig soll der Verfassungsschutz bei der Erteilung von Waffenerlaubnissen mitreden können.
Veröffentlicht:16.12.2018, 09:51
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Die Zahl privater Waffen im Nordosten ist erneut gestiegen – wenn auch etwas langsamer als im vergangenen Jahr. Zum Stichtag 1. Dezember waren 18.805 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern registriert, die legal mindestens eine Waffe besaßen, wie das Innenministerium mitteilte. Das seien knapp 200 mehr als am 1. Januar. 2017 war die Zahl noch um 300 gestiegen.

Als Grund gab mit 12.094 Menschen der Großteil an, Jäger zu sein und deshalb eine oder mehrere Schusswaffen zu brauchen (Vorjahr: 11.922). Das Innenministerium erklärte jedoch nicht zu wissen, wie viele tatsächlich Jäger sind. Um die Waffen kaufen zu können sei zwar ein Jagdschein nötig, ein Jagdrevier brauche man aber nicht.

Auch Reichsbürger mit Waffenerlaubnissen

Insgesamt waren zu Monatsbeginn 97.388 Waffen registriert, was einen Anstieg von rund 2600 Waffen seit Jahresanfang darstellt. 2017 war die Zahl allerdings noch um 4000 gestiegen. In den Zahlen sind aber auch inaktive Waffen berücksichtigt.

Unter den Frauen und Männern mit Waffenerlaubnissen sind den Angaben zufolge auch 27 Reichsbürger. 18 von ihnen ist es erlaubt, Schusswaffen zu kaufen, weil sie Jäger oder Sportschützen sind. Wie viele Waffen sie tatsächlich haben, weiß das Ministerium nach eigenen Angaben aber nicht.

Dafür müssten die zuständigen Waffenbehörden jede Fallakte prüfen. Zwar werde versucht, alle Reichsbürger zu entwaffnen. Dies sei aber ein Verfahren, in dem die Betroffenen auch Rechtsmittel einlegen könnten, wovon sie auch Gebrauch machten. Deshalb ziehe sich die Entwaffnung hin.

Verfassungsschutz soll bei Waffenerlaubnissen mitreden

„Deutschland ist eine der sichersten Nationen der Welt”, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums. Doch es gebe Medien und extremistische Einflüsse, die in der Öffentlichkeit ein anderes Bild zeichneten und so ein Gefühl der Unsicherheit erzeugten. „Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen gibt es sicher vieles, was wir brauchen. Aber eine Bewaffnung der Bevölkerung brauchen wir bestimmt nicht.”

Künftig soll nach dem Willen der Landesinnenminister der Verfassungsschutz an der Prüfung von Anträgen für einen Waffenschein beteiligt werden. So soll verhindert werden, dass Extremisten in den Besitz von Waffen kommen können.