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MV-Innenminister will Asyl-Erstaufnahmeplätze verdoppeln

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Die Situation sei herausfordernd, aber nicht überfordernd, so Pegel. Städte, Gemeinden und Landkreise haben nach eigenen Angaben zunehmend Schwierigkeiten, Asylsuchende aufzunehmen.
Veröffentlicht:20.09.2023, 11:55

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Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) plant die Schaffung zusätzlicher Erstaufnahmeplätze des Landes für Asylbewerber ‐ jedoch nicht so viele wie von den Kommunen gefordert. „Wir werden versuchen, unsere Kapazitäten von knapp 1200 in den kommenden 18 Monaten Stück für Stück knapp zu verdoppeln“, sagte Pegel am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde zur Asylpolitik im Landtag.

Asylbewerber sollen zwölf Wochen bleiben

Der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern hatte im Frühjahr die Aufstockung der Erstaufnahme-Kapazität des Landes auf 4700 Plätze wie zur Zeit des Flüchtlingszustroms aus Syrien 2015/16 gefordert.

Pegel sagte zu, dass neue Asylbewerber zwölf Wochen in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes bleiben, ehe sie auf die Kommunen verteilt werden. Die Städte, Gemeinden und Landkreise haben nach eigenen Angaben zunehmende Schwierigkeiten, Asylsuchende aufzunehmen und zu integrieren.

Zwei Bürgerentscheide in Greifswald und Grevesmühlen in diesem Jahr verbieten ihren Kommunen, städtische Flächen für Container-Unterkünfte bereitzustellen. Ein weiterer Bürgerentscheid steht in einigen Wochen in Bützow an.

Bislang 3641 neue Asylbewerber in MV

Aktuell befinden sich nach Pegels Worten rund 24.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge sowie rund 7800 Asylsuchende in MV. Die Situation sei herausfordernd, aber nicht überfordernd, betonte er. In diesem Jahr seien von Januar bis Ende August 3641 Asylbewerber neu nach MV gekommen. Im gesamten Jahr 2022 seien es 4656 gewesen.

Die Aktuelle Stunde war von der AfD beantragt worden. Deren Abgeordneter Jan-Phillip Tadsen sagte, die Migrationspolitik befinde sich in einer Sackgasse. Die Regierung tue nichts, woraus eine Verachtung für die Menschen im Land spreche. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Robert Liskow kritisierte, die rot-rote Landesregierung ignoriere die Unzufriedenheit vieler Menschen im Land. Redner von SPD, Linken und Grünen betonten die humanitäre Pflicht zur Aufnahme. Die FDP sprach sich für eine gezielte Arbeits- und Fachkräftezuwanderung aus.