Diskussion

Kreistag beschließt Flüchtlingsunterkunft

Grevesmühlen / Lesedauer: 2 min

Begleitet vom Protest hunderter Menschen hat sich der Kreistag Nordwestmecklenburg für eine Flüchtlingsunterkunft in Upahl entschieden. Eine „Notlösung”, so Landrat Tino Schomann.
Veröffentlicht:26.01.2023, 20:45
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Der Kreistag Nordwestmecklenburg hat am Donnerstag bei seiner Sitzung die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in Upahl beschlossen. Wie Kreissprecher Christoph Wohlleben in einer Mitteilung schrieb, sei die Entscheidung im nicht öffentlichen Teil der Sitzung in Grevesmühlen gefallen. Zuvor hatte es laut Landrat Tino Schomann (CDU) „lange Diskussion auf der Sitzung” gegeben. Es werde sie auch weiter geben, ließ sich der Landrat zitieren.

Demonstration vor dem Kreistagsgebäude

Vor dem Kreistagsgebäude hatten in der Spitze rund 700 Menschen gegen die Flüchtlingsunterkunft protestiert. Die Polizei konnte mehrere Personen daran hindern, in das Gebäude zu gelangen. Laut Polizei befanden sich unter den Demonstranten auch Mitglieder der rechten Szene.

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In Upahl sollen zeitweise Container für bis zu 400 Flüchtlinge errichtet werden. Schomann: „Es war schon im Dezember der Wille des Kreistages, dass die Nutzung von Sporthallen als allerletztes Mittel zur Unterbringung anzusehen ist, was in Konsequenz auch die Notwendigkeit dieses Schrittes begründet.” Er verstehe die Sorgen der Anwohner, so der Landrat. Die „Belastung” für sie solle so gering wie möglich gestaltet werden. Am 3. Februar ist eine Informationsveranstaltung in der ehemaligen Malzfabrik geplant. Schomann bezeichnete die Errichtung der UNterkunft als „Notlösung”.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort. Unbekannte hätten aus der Demonstration heraus mehrfach Pyrotechnik gezündet. Die Polizei leitete entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren ein, so Sprecherin Jessica Lerke. Zudem wird nun wegen des Verdachts des schweren Hausfriedensbruchs ermittelt, nachdem ein Demonstrant in das Kreistagsgebäude eingedrungen war. 

Dieser Text wurde am 26.1. um 21:18 Uhr aktualisiert.