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Kritik an LNG–Plänen: Gemeinde Binz will im Notfall klagen

Sassnitz / Lesedauer: 2 min

Nach dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf Rügen sorgt sich die Gemeinde Binz (Landkreis Vorpommern–Rügen) weiter um die Folgen eines Flüssigerdgas–Terminals (LNG) für Umwelt und Tourismus. „Sollte die Bundesregierung weiter am Standort Mukran festhalten und das LNG–Terminal beantragen lassen, wird Binz als am stärksten betroffene Gemeinde klagen“, sagte Bürgermeister Karsten Schneider am Freitag.
Veröffentlicht:21.04.2023, 16:38

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Nach dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf Rügen sorgt sich die Gemeinde Binz (Landkreis Vorpommern–Rügen) weiter um die Folgen eines Flüssigerdgas–Terminals (LNG) für Umwelt und Tourismus. „Sollte die Bundesregierung weiter am Standort Mukran festhalten und das LNG–Terminal beantragen lassen, wird Binz als am stärksten betroffene Gemeinde klagen“, sagte Bürgermeister Karsten Schneider am Freitag. Am Vortag hatten sich Scholz und Habeck bei einer Gesprächsrunde mit den Betroffenen ausgetauscht.

Laut einem Sprecher der Gemeinde befürchtet man in Binz, dass — als Folge des nötigen Ausbaggerns der Fahrrinne in Mukran — weniger Sand angespült wird. Im schlimmsten Fall würde aus dem Sand– ein Steinstrand, hieß es. Weitere Bedenken betreffen den Ausblick auf eine Industrieanlage, mögliche Lärmemissionen durch die Schiffe sowie das Risiko von Havarien und damit Öl am Strand.

Die Gemeinde Binz sieht hierbei die öffentliche Meinung auf ihrer Seite und verweist auf eine repräsentative Online–Umfrage der Plattform Civey. Demnach sprechen sich in Deutschland knapp die Hälfte der Befragten gegen weitere LNG–Terminals aus. Heruntergebrochen auf den Nordosten sind es demnach sogar 74,4 Prozent, die dem kritisch gegenüber stehen. Laut Civey unterstützen nur 17,5 Prozent den Ausbau im Nordosten, 8,1 sind unentschieden.

Aus dem Wirtschaftsministerium in Schwerin hieß es am Freitag, dass die Lage aktuell neu bewertet würde. „Der Hafen bietet aufgrund seines industriell geprägten Umfelds gute Voraussetzungen für den langfristigen Ausbau der Wasserstoff– und Grüngasinfrastruktur“, sagte der infrastrukturpolitische Sprecher David Wulff aus der FDP–Frakion. Auch die FDP betont jedoch auch, dass die Bürger mitgenommen werden müssten, um die Akzeptanz des Projektes sicherzustellen.