StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernLong Covid betrifft Erzieherinnen und Erzieher am stärksten

Coronavirus

Long Covid betrifft Erzieherinnen und Erzieher am stärksten

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Erzieherinnen und Erzieher leiden besonders unter Langzeitfolgen einer Corona–Infektion. Das zeigt eine Datenanalyse der AOK Nordost. Die GEW MV fordert deshalb nun Konsequenzen.
Veröffentlicht:14.04.2023, 16:26

Artikel teilen:

In Mecklenburg–Vorpommern sind Erzieherinnen und Erzieher laut einer Datenanalyse der AOK Nordost am stärksten von länger anhaltenden Beschwerden nach Corona–Infektionen betroffen. Etwa 1,1 Prozent aller AOK–Versicherten dieser Berufsgruppe im Land seien seit Pandemie–Beginn wegen Long Covid krankgeschrieben gewesen, teilte die Krankenkasse am Freitag mit. Über alle Branchen hinweg sei bei 0,7 Prozent aller Beschäftigten eine Long–Covid–Erkrankung diagnostiziert worden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft MV (GEW) forderte als Reaktion auf die nun vorliegenden Daten mehr Prävention.

„Große, gut belüftbare Räume, der Einsatz von Raumluftfiltern, gute Sanitäranlagen und klare Regeln zum Bringen und Abholen kranker Kinder können unterstützend wirken, Krankheitswellen — ganz gleich welcher Art — zu vermeiden“, erklärte die GEW–Landesvorsitzende Annett Lindner in einer Mitteilung. Die Träger von Kindertagesstätten sollten zudem die Arbeitsabläufe in den Einrichtungen überprüfen. Die zu Tage getretenen Folgen der Pandemie hätten Defizite offengelegt.

Neben Erzieherinnen und Erziehern sind laut AOK unter den zehn Berufsgruppen, die am meisten von Long Covid betroffen sind, vor allem Beschäftigte aus der Gesundheitsbranche, etwa Altenpflegerinnen und -pfleger. Darüber hinaus litten auch Angestellte in der öffentlichen Verwaltung und in der Sozialverwaltung überdurchschnittlich oft an Langzeitfolgen einer Corona–Infektion.

Berufsübergreifend betrachtet seien Betroffene im Durchschnitt rund siebeneinhalb Wochen im Job ausgefallen, so Pressesprecher Dirk Becker. Ältere Beschäftigte lagen der Erhebung zufolge deutlich darüber — jüngere darunter. „Die über 60–Jährigen mussten sich im Schnitt rund elf Wochen lang krankschreiben lassen, um sich von typischen Long–Covid–Symptomen wie Luftnot, chronischer Erschöpfung und kognitiven Störungen zu erholen“, hieß es in der Mitteilung. Die unter 30–Jährigen benötigten dafür den Angaben zufolge rund die Hälfte dieser Zeit — durchschnittlich fünfeinhalb Wochen.

Nach Angaben der AOK Nordost ist etwa jeder Vierte in Mecklenburg–Vorpommern bei dieser Krankenkasse versichert. Somit könne die Datenanalyse als annähernd repräsentativ betrachtet werden. Ausgewertet wurde, wie viele krankengeldberechtigte AOK–Versicherte zwischen März 2020 und Dezember 2022 wegen einer Long– oder Post–Covid–Erkrankung arbeitsunfähig waren. Insgesamt seien dabei rund 600 Krankmeldungen einbezogen worden. Für die zehn am meisten betroffenen Berufe wurden den Angaben zufolge nur solche berücksichtigt, in denen mindestens 1000 AOK–Versicherte beschäftigt sind.