StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernMysteriöse Details zu Hacker-Angriff auf Vorpommern-Rügen

Cyber-Attacke

Mysteriöse Details zu Hacker-Angriff auf Vorpommern-Rügen

Stralsund/Rostock / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Vorpommern-Rügen wurde Ende letzten Jahres Opfer eines Cyberangriffs. Die Folgen sind und waren gewaltig. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse verwundern.
Veröffentlicht:12.02.2024, 15:21

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Ende des letzten Jahres wurde der Landkreis Vorpommern-Rügen zum Opfer einer Hacker-Attacke. Die Systeme der Kreisverwaltung wurden daraufhin abgestellt. Zunächst war das Landratsamt kaum erreichbar. Statt E-Mails mussten erst einmal Telefon, Fax und Post sowie Stift und Papier für wichtige Unterlagen, Gespräche oder Anträge herhalten. 

Experten mit Bundesamt-Empfehlung beauftragt

Direkt nach dem Hacker-Angriff nahm die Polizei die Ermittlungen auf, rückte im Landratsamt an. Viele Notlösungen wurden nun in der Verwaltung erarbeitet. In der Zwischenzeit hat der Kreis auch ein „vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziertes Unternehmen“ für die Wiederherstellung des IT-Systems beauftragt. 

„Die gesamte IT-Infrastruktur, die Vielfalt unserer Anwendungen, die Vielzahl unserer Vernetzungen, Schnittstellen müssen genauestens angeschaut und durch das externe IT-Sicherheitsunternehmen bewertet werden“, hieß es von der Kreisverwaltung. Das wird alles dauern. Der Kreis ging zuletzt von mehreren Monaten aus.

Auch bei den Ermittlungen sieht es offenbar noch nicht wirklich gut aus. Laut der Staatsanwaltschaft Rostock und der dortigen Schwerpunktabteilung IuK-Kriminalität (Informations- und Kommunikationskriminalität) werde derzeit „gegen Unbekannt wegen des Vorwurfs der Computersabotage (§ 303b StGB) ermittelt.“ Heißt  im Klartext: Wir wissen noch nicht, wer das war. 

Laut dem Gesetz sind dabei Strafen in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahre Haft möglich. Doch für einen Prozess braucht es eben einen Tatverdächtigen, den man anklagen kann.

Täter-Motiv gibt Rätsel auf

Wie der Angriff gelang, wird aber nun ein wenig klarer. Die „Täter haben unberechtigt auf das informationstechnische System des Landkreises über ein übernommenes Nutzerkonto zugegriffen“, so die Staatsanwaltschaft. Wie genau das geschah, ließen die Ermittler offen. 

Und auch, was die Täter konkret wollten, z.B. Lösegeld ist auch noch ein Rätsel. „Aus den Ermittlungen haben sich keine Erkenntnisse zur Motivation der Täter ergeben“, heißt es weiter. Ebenso haben die Zeugenvernehmungen nicht wirklich was gebracht: Daraus hätten „sich keine Hinweise ergeben“, so die Staatsanwaltschaft. 

Immerhin: Laut Staatsanwaltschaft seien die Daten im System des Kreises nicht verschlüsselt oder abgeflossen. Der Kreis betonte hier zuletzt, dass es „keine Anhaltspunkte“ dafür gebe, „dass personenbezogene Sozialdaten und Informationen in unberechtigte Hände gelangt sind.“ Dennoch bleiben noch viele Fragen offen.