StartseiteRegionalMecklenburg-VorpommernNotaufnahme will  Wartezeiten für Patienten verkürzen

Gesundheit

Notaufnahme will  Wartezeiten für Patienten verkürzen

Greifswald / Lesedauer: 3 min

Dr. Matthias Napp heißt der neue Chefarzt der Zentralen Notaufnahme der Greifswalder Unimedizin. Er will die Abläufe der Station verbessern. Davon sollen vor allem die Patienten profitieren.
Veröffentlicht:19.04.2023, 05:59

Artikel teilen:

Die Unimedizin Greifswald will die Wartezeiten für Patienten in der zentralen Notaufnahme des Hauses verkürzen. Diese soll eigenständiger arbeiten, zudem stünden strukturelle und personelle Umstellungen an, hieß es. PD Dr. med. habil. Matthias Napp wird die Notaufnahme ab sofort leiten. Zugleich würden sich sich die dortigen Notfallmediziner gezielt weiterbilden, um die Erstversorgung und Einschätzung in einem noch breiteren Spektrum vornehmen zu können.

Team der Notaufnahme soll verstärkt werden

Täglich würden Patienten über die Zentrale Notaufnahme (ZNA) in die Unimedizin kommen, weil sie einen Unfall hatten, sie unter starken Schmerzen leiden oder sich eine bestehende Erkrankung rapide verschlechtert hat. „Die Ursachen sind völlig unterschiedlich“, sagte Napp. Aber alle diese Menschen hätten ein akutes Problem und hofften auf schnellstmögliche Hilfe.

„Um diesem Wunsch noch besser gerecht zu werden, wird das Team der Notaufnahme ärztlich verstärkt“, kündigte der neue Chefarzt an. Zudem sei es ihm ein großes Anliegen, alle Notfälle nach modernsten wissenschaftlichen und klinischen Standards zu behandeln: „Je größer die ärztliche und pflegerische Expertise der Mitarbeitenden der ZNA ist, desto besser und schneller können wir den Menschen helfen.“

Zur Stärkung der Notaufnahme gehöre, dass sie jetzt eine eigenständige Einrichtung der Unimedizin sei. Werde eine weitergehende Expertise benötigt, etwa die Fachkenntnis eines spezialisierten Augenarztes, werde dieser entweder in die ZNA gerufen oder der Patient in die Augenklinik verlegt. „Wir sind als Universitäts­medizin umfassend auf alle Arten von Notfällen in der Region vorbereitet“, betonte Napp.

Wartezeiten ließen sich nicht ganz vermeiden

Die Unimedizin Greifswald unterstützt nach seinen Angaben auch die flächendeckende Einführung des Systems IVENA eHealth. Damit können Krankenhäuser und Leitstellen für den Rettungsdienst einander in Echtzeit über die aktuellen Behandlungs– und Versorgungsmöglichkeiten informieren. „Unser gemeinsames Ziel ist, dass jeder schnellstmöglich dorthin gebracht wird, wo er gut und schnell behandelt wird“, verdeutlichte Matthias Napp.

Dennoch könne es auch künftig zu Wartezeiten kommen, räumte Napp ein. „Wenn ein lebens­bedrohlicher Notfall reinkommt, müssen andere warten.“ Wer selbst Schmerzen habe, erlebe das verständlicherweise als unangenehm, „aber letztlich ist allen klar, dass es anders gar nicht geht“.

Dr. Matthias Napp, der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme der Universitätsmedizin Greifswald
Dr. Matthias Napp, der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme der Universitätsmedizin Greifswald (Foto: Unimedizin Greifswald)

Matthias Napp (46) stammt ursprünglich aus Lübeck. Er hat in Freiburg Medizin studiert. Nach dem Studium zog es ihn in den Norden und an die Ostsee zurück. Er kam nach Greifswald und wurde hier Unfallchirurg. Als die UMG vor gut vier Jahren eine interdisziplinäre Notaufnahme einrichtete, wurde er dort Geschäftsführender Oberarzt. Parallel bildete er sich weiter und legte die vor kurzem in Mecklenburg–Vorpommern eingeführte Prüfung für klinische Akut– und Notfallmedizin ab. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.