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Himmelsschauspiel

Polarlichter erhellen Nachthimmel über MV

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Das beeindruckende Naturphänomen ist eigentlich in polarnahen Regionen zu beobachten. Aktuell werden aber Sichtungen aus Nord- und Ostdeutschland gemeldet. Es könnte weitere geben.
Veröffentlicht:25.09.2023, 10:51

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Der Nachthimmel erleuchtet bunt in einem Farbspektrum von grasgrün bis violett: Dieser faszinierende Anblick hat sich in der Nacht zu Montag vielen Himmelsbeobachtern in ganz Deutschland geboten. In sozialen Netzwerken werden aktuell Fotos etwa von Rügen, aus Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und aus Hessen von Polarlichtern gepostet. 

In Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist dieses Polarlicht-Foto entstanden.
In Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist dieses Polarlicht-Foto entstanden. (Foto: Cevin Dettlaff)

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (im Norden) oder Aurora Australis (im Süden) bekannt, seien normalerweise in den polar-näheren Regionen der Erde zu beobachten, heißt es von Diplommeteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net. Deutschland liege in einer Zone, „in der das Auftreten von Polarlichtern äußerst selten ist und normalerweise nur während starker geomagnetischer Stürme zu sehen ist. Selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter in Deutschland zu sehen, sehr gering“, erläutert der Wetterexperte.

Mehr lesen: Polarlicht über MV fotografieren: So geht's

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Dank der aktuellen Wetterlage sind in den nächsten Nächten wohl weitere Sichtungen nicht ausgeschlossen. „Der klare Himmel macht das auch in den kommenden Tagen möglich“, prognostiziert Jung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es dafür offenbar vielerorts beste Voraussetzungen. „Um Polarlichter zu sehen, benötigen Sie auch klare, dunkle Nächte und eine geringe Lichtverschmutzung, da künstliche Beleuchtung das Erlebnis beeinträchtigen kann“, erklärt der Meteorologe. Um die Chance zu erhöhen, Polarlichter erblicken zu können, empfiehlt er zudem, sich über aktuelle geomagnetische Aktivitäten und Vorhersagen zu informieren.

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Das Lichtspiel am Himmel wird durch sogenannte energiereiche Sonnenwindpartikel ausgelöst, die durch Eruptionen auf der Sonnenoberfläche mit hohen Geschwindigkeiten ins Weltall geschleudert werden und auf das Erdmagnetfeld treffen.

Bereits im April hatte es in Deutschland Sichtungen von Nordlichtern gegeben. Wie ein Sprecher des Instituts für Solar-Terrestrische Physik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) damals mitteilte, sind die aktuell vermehrten Sichtungen nicht ganz ungewöhnlich. Etwa alle elf Jahre, in einem sogenannten Sonnenzyklus, gebe es Phasen mit schwacher und mit starker Sonnenaktivität. Aktuell nähere man sich einem Maximum. Das nächste Maximum werde im Jahr 2025 erwartet. Frühling und Herbst sind statistisch gesehen die besten Jahreszeiten, um in Deutschland Polarlichter zu entdecken.

Wenn Sie auch Polarlichter über Mecklenburg-Vorpommern fotografieren konnten oder in den nächsten Tagen vor die Linse bekommen, schicken Sie uns Ihre Bilder an [email protected]