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RWE steigt bei LNG–Terminal auf Rügen aus

Binz / Lesedauer: 2 min

Ob bis zum kommenden Winter ein LNG–Terminal vor Rügen steht, ist damit fraglich. Womöglich gibt es aber schon einen RWE–Ersatz.
Veröffentlicht:28.04.2023, 15:49

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Mit Spezialschiffen hatte der Energiekonzern bereits den Meeresboden vor Rügen untersucht. Doch jetzt will RWE offenbar doch nichts mit dem Bau eines LNG–Terminals vor der Ostseeinsel zu tun haben. Wie der Spiegel berichtet, hätten Konzernvertreter Beamten des Bundeswirtschaftsministeriums vor Kurzem mitgeteilt, dass man sich aus dem Projekt zurückziehen wolle.

Bürgermeister werfen Bundesregierung Desinformation vor

Demnach teilte RWE zum Ausstieg mit, der Konzern wolle generell nicht dauerhaft LNG–Infrastruktur betreiben und gehe davon aus, das Geschäft absehbar an andere Akteure übergeben zu können. Das sei auch dem Bundeswirtschaftsministerium bekannt, heißt es weiter.

Währenddessen bleibt auf Rügen der Widerstand gegen das Projekt unverändert. In einer gemeinsamen Stellungnahme vom Freitag bekräftigen 30 hiesige Bürgermeister ihre Ablehnung und machen der Bundesregierung schwere Vorwürfe. Das Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Binz und weitere Vorgänge hätten veranschaulicht, wie man versuche das Projekt zu erzwingen. 

„Die Politik versucht, teilweise im Verborgenen, Fakten an uns vorbeizuschaffen. Dazu gehört unter anderem auch das gezielte Einsetzen von Desinformationen, um die Menschen zu verunsichern und unsere Position aufzuweichen“, heißt es in der Erklärung zu deren Unterzeichnern auch Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) und der Binzer Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos) zählen.

Versuche, die Menschen in die Irre zu führen, seien jedoch durchsichtig. „Das Taktieren, um uns zu zermürben und zu spalten, treibt uns nur noch weiter an, beharrlich zu bleiben“, so die Bürgermeister.

Mit dem Ausstieg von RWE ist eine Terminal–Inbetriebnahme vor Rügens Küste zum kommenden Winter wohl nicht mehr machbar. Wer das Projekt nun umsetzen soll, ist noch unklar. Womöglich könnte die Gesellschaft Deutsche Regas einspringen, die bereits in Lubmin Anfang des Jahres ein schwimmendes Flüssiggas–Terminal eröffnet hat. Auf Nordkurier–Anfrage werden etwaige Pläne von Deutsche Regas weder dementiert noch bestätigt.

Nach der Inbetriebnahme des schwimmenden Terminals (Floating Storage & Regasification Unit — FSRU) im Lubminer Hafen in einer ersten Phase solle in einer zweiten Phase „ab Dezember 2023 außerhalb des Greifswalder Boddens, jedoch innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer, eine zusätzliche, ebenfalls speziell für den Anschluss an Untersee–Pipelines ausgerüstete FSRU 2 stationiert werden. Diese soll an eine bereits existierende oder bis dahin neu errichtete Offshore–Pipeline angeschlossen werden“, teilt ein Sprecher der Gesellschaft mit. Für diese zweite Phase würden unverändert alle Optionen verfolgt und dazu sei man „mit Bundes– und Landesregierung sowie der Bundesnetzagentur im Gespräch.“