StartseiteRegionalMecklenburg-Vorpommern1500 Kinder in MV haben ein Elternteil im Gefängnis

Justiz

1500 Kinder in MV haben ein Elternteil im Gefängnis

Waldeck / Lesedauer: 1 min

In der EU gibt es mehr Kinder von inhaftierten Eltern als Gefangene selbst. Auf die Probleme dieser Konstellation wies nun die MV-Justizministerin bei einem Besuch vor Ort hin.
Veröffentlicht:23.08.2023, 17:03

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Nach Aussage der Schweriner Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) gibt es im Nordosten schätzungsweise 1500 Kinder mit einem Elternteil im Gefängnis. „EU–weit sind es fast eine Million. Das sind mehr Kinder als jeweils Gefangene. Das ist mit einer enormen Belastung der Kinder verbunden“, sagte die Ministerin anlässlich eines Besuchs zusammen mit der Schweriner Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Mittwoch in der JVA Waldeck bei Rostock.

„Zudem wissen wir, dass Kinder inhaftierter Eltern eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, selbst inhaftiert zu werden“, wurde Bernhardt zitiert. Sie informierte sich über Bemühungen, auch Inhaftierten weiterhin Verantwortung für ihre Kinder zu ermöglichen. Dazu zählen etwa das Projekt „Zaungast“, das familiengerechte Begegnungen ermöglichen soll sowie die neu gegründete Landeskoordinierungsstelle „Kinder von Inhaftierten“.

Den Angaben zufolge sind in der JVA Waldeck zurzeit 74 Gefangene im geschlossenen Vollzug, die angaben, insgesamt 138 minderjährige Kinder zu haben. Diese Daten beruhten auf freiwilligen Angaben der Gefangenen.