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Insolvenz

Schüler sammeln über 10.000 Euro für Abiball — nun ist das Geld weg

Rostock / Lesedauer: 3 min

Abiturienten wollten im Rostocker „Theater des Friedens“ eine rauschende Abschiedsparty feiern — doch dann meldete ihr Veranstaltungsort Insolvenz an. Wie geht es nun weiter?
Veröffentlicht:09.06.2023, 13:34

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Mitte Mai wurde bekannt, dass das „Theater des Friedens“ (TdF) an der Doberaner Straße in Rostock Insolvenz angemeldet hat. Inhaberin der Kultureinrichtung war Sandra Elgeti, die Ehefrau des Hansa–Rostock–Investors Rolf Elgeti. Die letzte Veranstaltung war die „Vatertags–Kinderdisco“ am Herrentag, alle weiteren Veranstaltungen wurden abgesagt — und damit auch die dort für Anfang Juli geplanten Abitur–Feiern.

Neue Hoffnung auf Veranstaltungsort

Ein Riesenschock für die Abiturienten vom Schulcampus Rostock–Evershagen und der Borwinschule Rostock in der Kröpeliner–Tor–Vorstadt. Wochenlang hatten die Schüler Geld für ihre unvergesslichen Abschlusspartys gesammelt, nun sind wohl Tausende Euros verloren, weil die für die Feier angezahlten Summen mit in die Insolvenzmasse des Theaters fließen. Das vermeldete die „Ostsee–Zeitung“ ("OZ").

Nun gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht für die Rostocker Abiturienten: Am 1. Juni wurde auf der Facebook–Seite des Theaters bekanntgegeben, dass die Joho Park GmbH aus Bargeshagen bei Rostock die Eventlocation übernimmt. Ziel der neuen Besitzer sei demnach, „den historischen Veranstaltungsort als einen Treffpunkt für hochkarätige Events, Kulturveranstaltungen und gesellschaftliche Ereignisse zu etablieren“.

Über diese Entwicklung dürften sich auch die Schüler freuen, denn: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, dieses bedeutsame kulturelle Objekt in unsere Unternehmensgruppe zu integrieren“, teilt der neue Inhaber Jonas Holtz mit. „Es ist mir zudem eine Herzensangelegenheit, mitteilen zu können, dass Geschäftsführer Karsten Jurk bereits mit den Protagonisten der in Kürze geplanten Abibälle in Kontakt steht und diese wie geplant im 'Theater des Friedens' stattfinden werden.“

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Der Unternehmer Jonas Holtz verdient sein Geld vor allem in der Solar–Branche, aber auch mit Immobilien oder Broiler–Restaurants entlang der Ostseeküste. In seinem Joho Park bei Rostock gibt es unter anderem einen großen Indoor–Spielplatz, eine Bowlingbahn und Fußballplätze.

Soweit, so gut. Doch trotzdem bleibt bei den Abiturienten ein fahler Beigeschmack. Wie die „OZ“ weiter berichtete, sollen die Schüler und ihre Gäste jetzt pro Person noch einmal 30 Euro zahlen. Ein nicht allzu hoher Betrag, wären da nicht die 9000 Euro, die die Schüler vom Schulcampus Evershagen bereits im Frühjahr an den Betrieb von Elgeti überwiesen hätten. Bei der Borwinschule waren es laut „OZ“ 4000 Euro.

Kaum Hoffnung für Gläubiger

Falls die Betroffenen doch noch irgendwann Geld zurückerhalten sollten, so dürfte es Jahre dauern und nur ein Bruchteil des gezahlten Betrags sein, so Wiebke Cornelius von der Verbraucherzentrale MV gegenüber der „OZ“. Dabei hätte Sandra Elgeti im Übrigen auch keinerlei Einfluss darauf, wer von ihren Gläubigern Geld zurückbekommt.

2017 hatte Elgetis Ehemann, der Immobilienmogul Rolf Elgeti, das ehemalige Kino für 1,5 Millionen Euro gekauft. Sein Frau wollte dort Kulturangebote schaffen, doch die Corona–Pandemie und die Inflation machten ihr einen Strich durch die Rechnung.