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Feier-Umfrage

Skurrile Festival-Geschichten: Einhörner, die um ein Stück Käse tanzen

Neubrandenburg / Lesedauer: 8 min

Schlafen im falschen Zelt, explodierendes Essen und natürlich Dixi-Klos: Hier sind witzige Festivalgeschichten unserer Leserinnen und Leser. Und die Ticket-Gewinner.
Veröffentlicht:11.07.2023, 18:30

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Dies dürfte wohl eher zu den kurioseren Begegnungen gehören, doch wir halten ja auf Festivals grundsätzlich alles für möglich: „Als ich mal auf einem Festival war, stolperte ich über eine Gruppe von Einhörnern, die fröhlich um einen riesigen Käsewürfel tanzten.“ Das kommentierte ein Nutzer auf Instagram unter unsere Festival-Gewinnspiel-Umfrage. Witzige Szene, die wir im Artikelbild mit einem K.I.-Bildgenerator nachgestellt haben.

Suche nach dem richtigen Zelt …

Wir wollten die lustigsten, skurrilsten, peinlichsten und schönsten Festival-Erlebnisse unserer Leser hören und da kam einiges zusammen. Zu gewinnen gab es Freikarten für das "Airbeat One"-Festival in Neustadt-Glewe (Ludwigslust-Parchim), das am Mittwoch startet. Manche Antworten, meist rund um Dixi-Klos, wollten wir uns lieber nicht genauer vorstellen.

Auffällig oft tauchten dafür Berichte rund um vertauschte Zelte auf. Offenbar komplett verzaubert von der guten Stimmung haben sich schon viele Leute verlaufen, irgendwann die Lust an der Suche verloren und sich einfach in fremde Zelte fallen gelassen. Und dies schien auch noch immer gut ausgegangen zu sein.

Volle Hütte im Jahr 2022 beim Airbeat One in Neustadt-Glewe.
Volle Hütte im Jahr 2022 beim Airbeat One in Neustadt-Glewe. (Foto: Jens Büttner/dpa)

Der eigene Schlafsack war schon belegt

So schrieb uns Janosch: "Bei der Airbeat-Destination India wollte ich Donnerstagmorgen um ca. 4 Uhr in meinen Schlafsack – und musste feststellen, dass dieser schon belegt war. Nachdem wir den unverhofften Gast sanft geweckt haben, stellte sich heraus, unser Gast hieß Henk, kam aus der Gegend um Bremen und hat während der Anreise etwas zu viel getrunken. Er war deshalb nicht mehr in der Lage, sein Zelt aufzubauen und beschloss kurzerhand, einfach mein Zelt und Schlafsack zu nutzen. Wir haben Henk dann noch geholfen, sein eigenes Zelt aufzubauen und sein Handy geladen, damit er am nächsten Tag seine Freunde finden konnte.“

Im fremden Zelt den Partner fürs Leben kennengelernt

Besonders schön ist dabei die Fusion-Festival-Geschichte, die uns Nadine beschrieb. Dort hatte sie vor ein paar Jahren in der Menschenmasse ihre Freunde verloren. „Ich stand dann irgendwie ganz allein da und bin in Richtung Nachtlager gelaufen, war mir auch sicher, dass ich im richtigen Zelt bin. Naja, morgens wach geworden, da lag ein fremder Mann neben mir. Er begrüßte mich mit einem süßen Lächeln und einer Tasse Kaffee. Das Ende vom Lied: Wir sind einige Zeit später zusammen gekommen – und haben zwei gesunde Kinder.“

Bennit sah sich auch einmal gezwungen, nachts zwischen zwei identischen Zelten zu entscheiden. Nur eines konnte das richtige sein. „Um auf den Punkt zu kommen: Ich bin morgens neben einem Fremden aufgewacht, er war verwirrt, ich war verwirrt, ich hab's ihm erklärt, wir haben Bier getrunken und sind bis heute befreundet.“ Cheers!

Heimatgefühl auf allen Festivals

Neue Leute treffen, darum geht es ja bei Festivals, wie auch diese Geschichte von Amelie zeigt: „Mein Freund war schon auf einigen, größeren Festivals. Er kommt aus der Bretagne und ist jedes Mal darüber erstaunt, dass auf den Festivals die schwarz-weiße Flagge aus der Bretagne weht. Letztes Jahr wollten wir zusammen zum ersten Mal auf die "Airbeat One". Ich konnte mir nicht vorstellen, dass auf einem Festival in MV die Flagge aus der Bretagne geschwenkt wird. Also haben wir eine Wette abgeschlossen, ob es jemanden aus der Bretagne nach Neustadt-Glewe verschlägt, um zu feiern und die Fahne zu schwenken.

Wir waren damals auf der Gladiator-Stage, die Sonne schien noch. Mein Freund lief plötzlich auf einen fremden Typen zu und reichte ihm freudestrahlend die Hand. Warum? Er hatte sich eine schwarz-weiße Flagge als Cape umgebunden, die Flagge der Bretagne. Sie unterhielten sich einige Minuten lang, schossen Selfies. Und das nur wegen einer Flagge. Skurril, aber irgendwie auch schön. Schön, weil zwei Fremde sich aufgrund des Heimatgefühls auf einmal gar nicht mehr so fremd sind. Skurril, weil die Flagge einfach überall auftaucht :D.“

Mit dem Vater auf dem Festival

Lisa ist seit vielen Jahren auf dem Airbeat. „Schon immer wollte mein Papa einmal mitkommen, um sich das Ganze anzuschauen. Im letzten Jahr hab ich ihm den Wunsch erfüllt. Aus einem Abend wurden drei tolle Nächte. Ihm hat es super gefallen und er war begeistert von Musik, Pyro, Licht und Bühnen.“

Lisa mit Vater auf dem Festival.
Lisa mit Vater auf dem Festival. (Foto: privat)

Gulasch kann explodieren!

Ein Teilnehmer mit dem schönen Spitznamen „Gigantosaurus“ schrieb uns: „Unsere Festival-Crew hatte Hunger. Also eine 2,1-Kilo-Dose-Gulasch warm machen, so der Plan. Gulaschdose ins Lagerfeuer legen, warten, rausnehmen und öffnen. In der Realität explodierte die Dose im Feuer, flog den Beteiligten um die Ohren und verzierte die umliegenden Zelte auch entsprechend.“

Fremde Leute im Campingwagen besucht

Auch Ronny war nach einer Festivalnacht auf dem Weg zu seinem Zelt falsch abgebogen. „Ich war aus für mich unerklärlichen Gründen bei fremden Menschen in den Campingwagen gegangen und die haben mich einfach aufgenommen, als wäre ich ein Teil von deren Gruppe.“ Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war mir das so peinlich, dass ich zu meinen Zelt gegangen bin, den Grill geholt habe und für die Leute gegrillt habe. Ende vom Lied: Wir haben bis heute guten Kontakt.“

Morgenstunden wie Magie

Lea hat auf einem Festival anderthalb Tage durchgetanzt. „Die Morgenstunden fühlten sich wie Magie an. Ich tanzte im Sand und die Sonne schien. Alle Menschen um mich herum hatten einen zufriedenen Gesichtsausdruck, genauso wie ich. Bis zum Mittag blieb ich dort und endschied danach, in den Gemeinschaftsduschen neben der Stage das erste Mal zu duschen. Dort schien mir, als gäbe es keine Scham. Die Menschen und das Feeling sind einfach anders auf Festivals und ich möchte es nicht missen.“

Rote Flüssigkeit im Zelt

Eine zuerst schaurige Geschichte erlebte Maria auf der Fusion: „Alle waren zusammen feiern und irgendwann fiel auf, dass ein Freund fehlte. Wir suchten nach ihm auf den verschiedenen Floors, dann auf dem Campingplatz. Er war auch nicht in seinem Zelt. Zwei Camps weiter sahen wir auf einmal seine Schuhe stehen und und schauten in ein Zelt, das halb offen stand. Da lag er nun – ein riesen Schreck – überall rote Flüssigkeit um ihn herum. Nach ganz genauem Betrachten konnten wir dann aber sehen, dass er mit einer Dose Nudeln in Tomatensoße in einem fremden Zelt eingeschlafen ist und sich die im Schlaf im Zelt verteilt hat. Ihm ging es also gut, hatte sich nur etwas verirrt.“

Zufällig im Tourbus gefeiert

Auch Hennings Geschichte vom Deichbrand vor ein paar Jahren beginnt mit einem Nickerchen: „Ich wollte abends unbedingt Casper sehen, hatte aber tagsüber vielleicht etwas zu viel getankt. Ich war rechtzeitig im Bereich vor dem ersten Wellenbrecher und musste mir noch einen anderen Künstler anschauen, welcher mich nicht überzeugt hat. Ich bin am Wellenbrecher eingeschlafen und wurde während der Show von Casper von Sanitätern geweckt, ob ich nicht lieber ins Camp möchte.

Mit diesen beiden Sanitätern durfte ich die Abkürzung durch den Backstage nehmen. Die Sanis lassen mich alleine und ich schwanke durch den Backstage. Dort sehe ich eine offene Tourbustür und schaue mir das genauer an: Drinnen feiert die Band Rogers und lädt mich ein mitzufeiern. Richtig guten Abend/Nacht mit den Jungs gehabt und die haben jetzt einen großen Fan mehr.“

Wenn der ganze Körper kribbelt

Und dann sind da die Hitze und die Kälte. Jennifer schrieb uns gleich mehrere Anekdoten bei Facebook: „Total übermüdet eingeschlafen und alle bauen das Camp ab und ich penne und verbrenne mir schön die Schienbeine. Oder nach einer hart kalt-feuchten Nacht, als endlich die Sonne aufging und der ganze Körper mit Liebe gefüllt kribbelt, oder der kurze Quickie hinterm Gebüsch auf ’nem kleinen Festival.“

Oli Schulz spielt „Wonderwall“

Als Ex-Oasis Frontmann Noel Gallagher einmal auf dem Hurricane ein Soloprogramm spielte, stand einer unserer Instagram-Kommentatoren vor der Nachbarbühne mit Oli Schulz. Legendär soll es gewesen sein, als dieser „Wonderwall“ von Oasis anstimmte, als Gallagher daneben spielte.

Auf demselben Festival freute sich ein anderer Kommentator über einen Mann, der im aufblasbaren Sumo-Anzug tanzte und dabei versehentlich eine ganze Reihe von Leuten umwarf. Sowieso, witzige Dekoration: Von einer Wassermelonenschale oder einer Diskokugel als Hut berichteten andere Teilnehmerinnen.

Palle Kohl bringt es mit seiner Anekdote zum Schluss noch auf den Punkt: „Der schönste Moment war, als die Pandemie vorbei war und es endlich wieder losging.“

Eine Gewinnerin war noch nie auf einem Festival

Nach mehr als 100 Einsendungen haben wir am Dienstag ausgelost. Karten für das Airbeat One 2023 gewinnen Ronny Kübler, der im fremden Campingwagen gelandet war, außerdem Bene Stolpe, Nicole Thomsen, Wolfi Sprecher und Sarah Walter, die uns keine Geschichte liefern konnte. Sie schrieb uns: „Ich war leider bisher auf keinem Festival, eigentlich sollte es in diesem Jahr endlich Mal klappen. Ich würde mich mega über die Tickets freuen!“ Und nun wird alles gut. Glückwunsch!

Unser Schülerpraktikant Lukas Lüdke aus der 10. Klasse des Carolinums in Neustrelitz hat bei der Erstellung dieses Artikels mitgeholfen. Er war auch unsere Losfee.