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Studium und Ausbildung

So will MV Fachkräfte im Land halten

Schwerin / Lesedauer: 2 min

Angesichts des Fachkräftemangels in MV will die Regierung mit breiten Maßnahmen reagieren. Gewerkschafter meinen, dass vorallem die Löhne steigen müssten.
Veröffentlicht:20.12.2022, 21:01
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Angesichts eines wachsenden Fachkräftemangels in Wirtschaft und Verwaltungen Mecklenburg-Vorpommerns bereitet die Landesregierung neue Maßnahmen zur Anwerbung neuer und Fortbildung vorhandener Mitarbeiter vor. So soll die Gründung von Weiterbildungsverbünden unterstützt werden, wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Dienstag nach einem Treffen des „Beirates Fachkräftestrategie Mecklenburg-Vorpommern“ mitteilte. Mehrere Firmen einer Branche sollen sich mit Wissenschaftlern und Weiterbildungsanbietern zusammentun, um gemeinsam Kurse für ihre Beschäftigten zu organisieren. Ein Zeitplan wurde nicht mitgeteilt.

Studenten sollen nach ihrem Abschluss besser als bislang im Nordosten gehalten werden. Dazu sollen die Karriere-Zentren der Universitäten enger mit den „Welcome Centern“ der Kommunen verknüpft werden. Im kommenden Jahr sei zudem eine zeitgleiche Karrierewoche an allen Hochschulen des Landes vorgesehen.

Mehr dazu:Welcome Center hilft beim Haf(f)tenbleiben

Berufsausbildung stärker im Fokus

Die Berufsausbildung soll wieder stärker in den Fokus gerückt werden – dazu ist eine Werbekampagne ab dem zweiten Halbjahr 2023 vorgesehen. „Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler, Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie Eltern“, erläuterte Meyer. Verdeutlicht werden solle, dass nicht nur eine akademische, sondern auch eine Berufsausbildung Perspektiven eröffne.

An den Schulen sollen die berufliche Orientierung und ökonomische Bildung gestärkt werden. Damit wurde das Bildungsministerium von Simone Oldenburg (Linke) beauftragt. Ziel ist demnach, mehr Schulabschlüsse zu ermöglichen, die unmittelbar zur Aufnahme einer Lehre berechtigen – das ist mindestens der Hauptschulabschluss. Dazu hat Oldenburg bereits die Einführung eines freiwilligen zehnten Schuljahrs an Regionalschulen ab dem Schuljahr 2023/24 angekündigt.

Außerdem soll die Arbeit von Schülerfirmen gestärkt werden, um ökonomisches Interesse zu wecken und zu entwickeln. Ihre Zahl war stark geschrumpft, nachdem vor Jahren die Förderung seitens des Landes eingestellt worden war.

Arbeitgeberpräsident: Zu wenig verbindliche Maßnahmen

Mecklenburg-Vorpommerns Arbeitgeberpräsident Lars Schwarz zeigte sich nach dem Treffen des 40-köpfigen Experten-Beirats enttäuscht über die angekündigten Schritte der Landesregierung. Von einer Umsetzung 2023 sei man weit entfernt. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass der Beirat noch im ersten Quartal 2023 auf Basis der vorliegenden Konzepte und Anregungen aus der Praxis konkrete und verbindliche Maßnahmen erarbeitet und die Landesregierung diese mit Unterstützung der Sozialpartner umsetzt“, so Schwarz. „Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und sein Staatssekretär Jochen Schulte waren dazu nicht zu bewegen.“

DGB-Nord-Vize Ingo Schlüter sieht auch die Arbeitgeber in der Pflicht. „Angesichts des überall sichtbaren Nachwuchs- und Fachkräftebedarfs ist es zuerst die Aufgabe der Arbeitgeber, mit attraktiven tariflichen Löhnen und Arbeitsbedingungen wettbewerbsfähig zu sein oder zu werden“, sagte er. „Wir stehen für Tarifverhandlungen jederzeit bereit.“