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Starkregen, Hagel, Sturm

Unwetter in MV — So schützen Sie sich

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

In Teilen von MV könnte es abends und über Nacht zu heftigen Unwettern kommen. So können Verletzungen und teure Schäden vermieden werden:
Veröffentlicht:22.06.2023, 16:15

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Ab Donnerstagabend steigt das Potential für Unwetter in Mecklenburg–Vorpommern. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, wird von Südwesten aufkommend gebietsweise kräftiger Regen mit örtlich eingelagerten Gewittern erwartet. Dabei soll es den Angaben zufolge teils zu heftigem Starkregen mit bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit kommen. Auch orkanartige Böen sind demnach möglich.

Seenplatte–Sprecher: Wasser meiden und Urlauber warnen

Punktuell könnten sogar 90 Liter Regen pro Quadratmeter über mehrere Stunden hinweg fallen und Hagelschauer einsetzen, heißt es. Auch Freitagvormittag sind demnach noch schauerartige Regenfälle in der Seenplatte und in Vorpommern möglich. 

Ein Sprecher des Seenplatte–Landkreises rät deshalb auch, sich ab Donnerstagabend nicht auf oder am Wasser aufzuhalten. „Vor allem wasserwandernde Urlauber und Gäste auf Hausbooten oder in Kajaks und Kanus laufen Gefahr, von der Wetterlage überrascht zu werden“, warnt er. Weil sich Urlauber wegen schlechtem Handy–Empfang, etwa im Müritz–Nationalpark, eventuell nicht kontinuierlich über die Unwetterlage informieren können, bittet er Einheimische auf mögliche Gefahren hinzuweisen.

Um sich selbst vor Gefahren und Eigentum vor Schäden zu schützen, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), folgende Hinweise zu beachten:

Der wichtigste Tipp des Bundesamtes lautet: Zuhause bleiben! Das klingt zwar banal, ist aber angesichts der Gefahren, die im Freien lauern nicht zu unterschätzen. So können etwa bei schwerem Sturm Herabstürzende Äste, Dachziegel oder andere umherfliegende Gegenstände zu schweren Verletzungen führen.

Wer in einem Gebäude Schutz sucht, sollte einen innen liegenden Raum im Erdgeschoß wählen. Sich im Keller aufzuhalten ist dagegen keine gute Idee, „da diese sehr schnell von Wasser geflutet und zu lebensbedrohlichen Fallen werden können“, heißt es vom BBK. Zudem sollten Räume mit großer Deckenspannweite, wie etwa Hallen, gemieden werden.

Was im Freien bei Unwetter Schutz bietet

Bleibt genügend Zeit, sollten draußen bewegliche Gegenstände, wie Fahrräder oder Gartenmöbel gesichert und Fenster und Rollläden geschlossen werden. Wer keinen Überspannungsschutz zur Hand hat, sollte zudem empfindliche technische Geräte von der Stromversorgung trennen.

Wer einem Unwetter im Freien ausgesetzt ist, sollte sich zum Schutz vor Hagel mit dem Gesicht zum Boden hinlegen und Kopf und Nacken mit den Händen schützen. Um nicht von einem Blitz getroffen zu werden, empfiehlt das BBK mit "eng zusammen stehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen in die Hocke“ zu gehen. Offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten und Antennen sollten bei Gewitter gemieden werden. Zu Überlandleitungen sollten mindestens 50 Meter Abstand genommen werden. Auch die Berührung von Metallteilen, wie etwa Regenschirme und Fahrräder, sollte vermieden werden.

Auch wenn das Unwetter vorbei ist, gilt es, vorsichtig zu bleiben: Ein stark beschädigtes Haus sollte erst wieder betreten werden, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde. Bei Schäden am Dach sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden. Beim Betreten überfluteter Keller besteht laut BBK die Gefahr eines Stromschlags, wenn der Hausanschlusskasten im Keller untergebracht ist. Deshalb sollten auch jegliche technischen Geräte, die feucht geworden sind, nicht genutzt werden. Sollten Heizöl oder andere gefährliche Stoffe im Keller freigesetzt worden sein, ist die Feuerwehr zu rufen.